Die deutsche Wirtschaft wächst so stark wie seit sechs Jahren nicht

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Nun ist es offiziell: Die deutsche Wirtschaft hat ein weiteres gutes Jahr hinter sich. 2017 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,2 Prozent zu, nach 1,9 Prozent im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Berlin anhand vorläufiger Zahlen bekanntgab.

Die staatlichen Haushalte haben im vergangenen Jahr einen Rekordüberschuss erzielt. Und für 2018 sieht es gut aus. Die deutschen Firmen starten mit Rückenwind ins neue Jahr. Volkswirte bei Banken und die wichtigsten deutschen Forschungsinstitute hatten zuletzt für 2017 ein Wachstum in der Größenordnung von 2,3 Prozent prognostiziert.

Damit ist es auch gelungen, einen jahrzehntelangen Abwärtstrend der Wachstumsraten vorerst zu stoppen. Darin erlauben sich die Europäer höchstens ein Defizit von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung. Kalenderbereinigt erhöhte sich das BIP um 2,5 (2016: 1,9) Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Erwerbstätigen auf einen Höchststand von knapp 44,3 Millionen. Zum einen arbeiten immer mehr Menschen, zum anderen werden sie auch immer produktiver. Die privaten Konsumausgaben stiegen 2017 um 2,0 Prozent. Das ist der höchste Stand seit der Einheit und der kräftigste Anstieg seit zehn Jahren.

Die Wirtschaft wuchs damit das achte Jahr in Folge und so kräftig wie seit 2011 nicht mehr. Der Bau profitiert von anhaltend niedrigen Zinsen, während die Unternehmen angesichts voller Auftragsbücher erneut mehr investieren dürften. Doch auch der Außenhandel lief gut: Die Exporte wuchsen um 4,7 Prozent.

Zum starken Wirtschaftswachstum 2017 trugen zwar alle Sektoren bei, insbesondere die Industrie. Überdurchschnittlich entwickelte sich der Dienstleistungssektor und das produzierende Gewerbe. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen nahmen zusammen 38,4 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben.

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