Brexit könnte in Deutschland laut Studie 14'000 Jobs gefährden

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Welche Auswirkungen hat ein harter Brexit für die deutschen Zulieferer? Der würde die deutschen Auto-Zulieferer besonders hart treffen, wie eine Studie zeigt.

Der Gesamteffekt eines harten Brexit für den europäischen Autoabsatz - zum Zeitpunkt des voraussichtlichen EU-Austritts von Großbritannien 2019 - wird auf minus 770.000 Autos prognostiziert. Keine guten Voraussetzungen für die Arbeitsplätze in den Unternehmen: Hier könnten nach den Berechnungen bis zu 14.000 Jobs gefährdet sein. "Im Zuge des Brexits aufkommende Handelshemmnisse, wie Zölle oder Regulierungen, würden den Lieferketten erheblich schaden und dadurch die Kosten für Zulieferer und deren Abnehmer erhöhen", erklärt Dr. Grund dafür ist die starke Verflechtung deutscher Zulieferer mit deutschen, britischen und anderen europäischen Automobilproduzenten auf zwei Ebenen: So beliefern deutsche Zulieferer die britische Autoindustrie direkt und sind zudem indirekt an der Produktion deutscher und anderer europäischer Exportwagen nach UK beteiligt. Zugleich produzieren rund 30 der größten deutschen Zulieferer im Vereinigten Königreich und sind somit unmittelbar an der dortigen Herstellung beteiligt. - Laut des Deloitte Brexit Briefings "Harter Brexit und die Lieferkette" sind sie gewaltig: Die Zulieferbranche müsste im Jahr des Ausscheidens mit Umsatzeinbußen in Höhe von 3,8 Milliarden Euro im Vergleich zu einem No-Brexit-Szenario rechnen.

Sinkt der Absatz von Automobilen, sinke zwangsläufig auch der Absatz der Zulieferer. Tatsächlich sei Großbritannien der größte Absatzmarkt für deutsche Zulieferer innerhalb Europas.

Weiters rechnen die Berater im Falle eines harten Brexit mit zahlreichen weiteren Herausforderungen wie steigenden Bürokratiekosten oder längeren Lieferzeiten. Der Umsatz, den deutsche Zulieferer aufgrund der britischen Automobilproduktion und des Marktes erzielten, belief sich 2016 auf 16,9 Mrd. Jedes fünfte in Großbritannien verbaute Automobilteil stamme aus deutscher Produktion.

Käme es zu einem harten Brexit ohne spezielle Abkommen und Übergangsregelungen, dafür mit WTO-Zöllen und Wechselkurschwankungen, beträfe dies sowohl Im- wie Exporte des Königreichs. Das könnte deutsche Autos in Großbritannien um etwa 21 Prozent teurer machen, schätzen die Deloitte-Experten. Außerdem stünde der heimischen Autozulieferindustrie ein Umsatzrückgang von rund 480 Millionen Euro ins Haus, wie aus einer aktualisierten Analyse der Beraterfirma Deloitte hervorgeht.

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