Biathlon-Weltcup in Ruhpolding: Damen-Einzel mit Dahlmeier

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Laura Dahlmeier blickte ratlos über den Diopter, die schwarzen Scheiben fielen einfach nicht um: 29 Tage vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Pyeongchang hat die Biathlon-Königin geschwächelt und eine herbe Enttäuschung erlebt. "Ich kann es mir nicht erklären. Ich weiß nicht genau, was da passiert ist", sagte Dahlmeier über ihr drittes Schießen, bei dem sich die ansonsten treffsichere Schützin gleich drei Fehler leistete. "Alles in allem fühle ich mich jetzt wieder gut und freue mich auf die nächsten Rennen", sagte die 24-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen.

Ganz oben auf dem Podest stand diesmal Dorothea Wierer. Die fehlerfreie Wierer siegte vor der Finnin Kaisa Mäkäräinen (1/+12,7 Sekunden) und Rosanna Crawford aus Kanada (0/21,2). Die Kanadierin feierte damit ihr erstes Podest - und wurde im Ziel von ihren jubelnden Teamkameradinnen empfangen.

Im Einzel-Wettbewerb über die 15 Kilometer wollen es die deutschen Skijägerinnen mit der siebenmaligen Weltmeisterin Laura Dahlmeier an der Spitze auf das Podium schaffen.

"Ich habe mich am Anfang sehr gut gefühlt".

Um die Fünffach-Weltmeisterin aus dem vergangenen Jahr hatte es vor dem ersten Rennen im Chiemgau Wirbel gegeben. Dahlmeier selbst nahm die vorsichtige Kritik an ihren Leistungen hingegen äußerst gelassen hin. "Alles in allem bin ich jetzt wieder im Plan". Dies deutete sie am Donnerstag aber nur eine knappe halbe Stunde an. "Doch dann steht sie vom Krankenbett auf, läuft geschwächt die Rennen und ist auf Anhieb in der Lage, unter die Top-15 zu kommen", sagte Hönig: "Es zeigt doch auch die Besonderheit einer Athletin, wenn sie nach einer Erkrankung sofort wieder in Richtung Weltspitze angreifen kann". Denise Herrmann, die in der Loipe die Tagesschnellste war, lag trotz fünf Schießfehlern als 40. noch vor Dahlmeier. Warum alle deutschen Frauen allerdings so schlecht schossen, wisse sie nicht, meinte Hildebrand: "Ich war zu ängstlich und zögerlich". "Das war nicht unser Schießtag", sagte Vanessa Hinz, die Rang 31 belegte. Am Samstag steht die Staffel, am Sonntag der Massenstart an.

Nach den Herren sind am heutigen Donnerstag beim Weltcup in Ruhpolding die Damen im Einzel (live im ZDF/ Live-Stream) gefragt. Roman Rees, der am Mittwoch auf den vierten Rang gestürmt war und die Olympia-Norm erfüllte, hat das Nachsehen.

Beim zweiten Heim-Weltcup will auch Laura Dahlmeier auf der Suche nach der verlorenen Form vorankommen.

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