5,3 Milliarden Euro Schaden durch Cum-Ex

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Mit sogenannten Cum-Ex-Geschäften sollen Banken und Börsenhändler den deutschen Staat um 5,3 Milliarden Euro betrogen haben. Staatsanwälte und Steuerfahnder gingen inzwischen 417 Verdachtsfällen nach, berichteten die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Mittwoch unter Berufung auf das Finanzministerium. Allein in Hessen beläuft sich der Schaden auf rund 1,3 Milliarden Euro.

Aktienhändler sitzen auf dem Parkett der deutschen Börse in Frankfurt am Main vor ihren Monitoren. Mit Cum-Ex-Geschäften sollen Banken und Börsenhändler Medienberichten zufolge den deutschen Staat um 5,3 Milliarden Euro betrogen haben

Steuerexperten hatten dies lange als legalen Steuertrick erachtet, seit einigen Jahren bewerten Ermittler und Strafverfolger "Cum-Ex" aber fast einhellig als Steuerhinterziehung. Das Steuerschlupfloch wurde für inländische Banken 2007 geschlossen, für ausländische erst 2012. Demnach habe der hessische Fiskus bisher 770 Millionen Euro erfolgreich zurückgefordert. Die Zahl der Verdachtsfälle sei zuletzt stark gestiegen: von 259 im Oktober auf 417 im Januar. Wer nicht kooperiere und den Steuerschaden wiedergutmache, müsse mit Gefängnisstrafen rechnen. Die Ermittlungsbehörde wollte sich laut Recherchenetzwerk dazu nicht äußern.

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