Neue landesweite Proteste in Tunesien

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Die bezeichnet die Demonstranten als "Unruhestifter".

In Tunesien dauern die Proteste gegen steigende Preise und Steuererhöhungen an. Dutzende sind verletzt. In einer Vorstadt von Tunis sei ein Supermarkt geplündert worden.

Die Proteste richten sich gegen steigende Lebenshaltungskosten, höhere Steuern seit dem 1. Januar und die Sparpolitik der Regierung. Am Montag war ein Mann bei den Protesten getötet worden.

In der Nacht auf Mittwoch gab es unter anderem in Tebourba rund 30 Kilometer westlich der Hauptstadt Tunis Proteste. In mehreren Städten im ganzen Land waren Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Steuererhöhungen und Preissteigerungen zu protestieren. Sie bewarfen Sicherheitskräfte mit Steinen, diese reagierten mit dem Einsatz von Tränengas, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Ähnliche Szenen spielten sich auch in Kasserine und Sidi Bouzid im Zentrum des Landes ab.

2011 begann in Tunesien mit dem Sturz des früheren Diktators Ben Ali der sogenannte Arabische Frühling. Die wichtigste Oppositionspartei des nordafrikanischen Landes rief zu weiteren Protesten auf.

Auch in Tunis gingen am Dienstag rund hundert Menschen auf die Straße. Die Kundgebung verlief allerdings ohne Zwischenfälle. "Aber man kann sie als das Ergebnis von Hunger und Armut sehen, die seit Jahren in der tunesischen Bevölkerung herrschen".

Im Zuge der gewaltsamen Proteste gegen die Regierung wurde auch ein Brandanschlag auf eine jüdische Schule auf der Ferieninsel Djerba verübt.

Auf der tunesischen Insel Djerba wurde die jüdische Community zum Opfer eines Anschlags, schreibt haaretz.com. Es sei aber niemand verletzt worden, teilte der Leiter der örtlichen jüdischen Gemeinde mit. Dass Polizei und Sicherheitskräft für die Proteste aufs Festland abgezogen wurden, wäre ausgenutzt worden, um den Molotowcocktail in die Lobby der Schule zu werfen. Am Montagabend weiteten sich die Proteste aus: Zusammenstösse zwischen der Polizei und Demonstranten wurden aus mindestens zehn Städten gemeldet. Offen ist nach wie vor, wie es zum Tod des Demonstranten kam. Der Obduktionsbericht wurde bislang nicht veröffentlicht.

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