Ministerin droht Wirtschaft mit Frauenquote auch in Vorständen

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"Ein Frauenanteil von unter zehn Prozent in den Vorständen der großen deutschen Banken ist nicht hinnehmbar", sagte Barley dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe). Daher fordert Küppers nun für die operativen Führungsebenen, also Vorstand und zumindest die beiden darunterliegenden Ebenen, eine Zielgröße von jeweils mindestens 30 Prozent Frauen – "begleitet von wirksamen Sanktionen". Die deutsche Wirtschaft könne es sich nicht leisten, die Potenziale hochqualifizierter Frauen nicht zu nutzen.

Anlass für Barleys Forderung ist eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Lediglich bei den 30 größten börsennotierten Unternehmen (DAX-30) und bei den Unternehmen mit Bundesbeteiligung erhöhte er sich jeweils um rund zwei Prozentpunkte auf 13 beziehungsweise fast 18 Prozent. Das geht aus dem "Managerinnen-Barometer" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor, das die Frauenanteile in Vorständen und Aufsichtsräten großer Banken und Versicherungen in Deutschland von 2006 bis 2017 untersucht hat. "Ansonsten wird sich in von Männern dominierten Führungsetagen nichts ändern", so die Familienministerin.

"Dort wo selbstgesetzte Zielgrößen nicht wirken, brauchen wir klare Regelungen".

Offen ist jedoch, wie Barley ihre Pläne realisieren will. In ihrem Wahlprogramm hatte die SPD demnach eine feste Quote von 50 Prozent für Führungsgremien anvisiert. Eine Regierungsbeteiligung der SPD ist trotz der laufenden Sondierungsgespräche noch nicht sicher. Grüne und Frauenverbände signalisierten bereits Unterstützung für eine Gesetzesverschärfung.

Die DIW-Forscherin Holst hat zusammen mit Katharina Wrohlich die Entwicklung des Frauenanteils in 500 deutschen Unternehmen analysiert. Der Anteil der Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten der Banken betrage aber nur rund neun beziehungsweise 23 Prozent, bei Versicherungen neun beziehungsweise 22 Prozent. Wird bei einer Neubesetzung die Quote nicht eingehalten und für einen frei werdenden Posten keine Frau gefunden, sollen Stühle unbesetzt bleiben. Während sich der Frauenanteil dank gesetzlicher Quote in den Aufsichtsräten positiv entwickle, gebe es in den Vorständen keine Fortschritte.

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