Korruptionsermittlung gegen ÖFB-Boss Windtner

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Wien. (may) Viel Lärm um nichts, oder steckt hinter den Ermittlungen gegen ÖFB-Boss Leo Windtner tatsächlich auch Substanz?

Windtner "muss sich den Vorwurf gefallen lassen, bei einer 100.000-Dollar-Spende durch den in Verruf geratenen Ex-Fifa-Boss Sepp Blatter intransparent und rechtlich fragwürdig agiert zu haben", hieß es. Die Zahlung sei 2015 kurz vor Blatters Wiederwahl als Fifa-Boss auf einem Konto der Linzer Oberbank eingegangen. Schirmherrin des Sozialprojekts ist Leo Windtners Ehefrau.

Laut den Recherchen von 90minuten.at und "Addendum" hat die Fifa die intern genehmigte Summe ursprünglich dem ÖFB überweisen wollen und das auch getan.

Die Vorgeschichte ist indes etwas verworren: Denn der ÖFB hätte die Förderungsverwendung des Projekts Acakoro dem Weltfußballverband gegenüber abrechnen und belegen müssen. Der damalige Generaldirektor Alfred Ludwig soll Windtner aber informiert haben, dass der ÖFB nicht in das Hilfsprojekt involviert sei. "Seine Nichtwahl war ein einstimmiger Präsidiumsbeschluss des ÖFB", wird er von der APA zitiert. Letztlich hatte der ÖFB aber angekündigt, so wie die meisten UEFA-Mitglieder, gegen Blatter zu stimmen.

Der langjährige Fifa-Präsident Blatter musste 2015 im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen seinen Posten räumen. Am Tag danach sei das Geld laut den Medienberichten direkt an die Hilfsorganisation überwiesen worden.

Diese Transaktion beschäftige nun offensichtlich die Ermittler. Wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung wurde der Schweizer von der Ethikkommission der FIFA für acht Jahre gesperrt. Das soll bereits im Frühjahr 2017 passiert sein. Im schlimmsten Fall droht dem seit 2009 amtierenden Präsidenten eine Sperre - so wie es etlichen anderen Fußballfunktionären in den vergangenen Jahren ergangen ist. Zu den 100.000 Dollar erklärte er bereits früher, dass diese ordnungsgemäß verwendet worden seien.

In einer Stellungnahme des ÖFB gegenüber "90minuten.at" und "Addendum" hieß es, dass Leo Windtner in einer Sitzung des ÖFB-Präsidiums am 7. Dezember des Vorjahres darüber informiert habe, dass eine Anzeige des Eisenbahnersportvereins Wels bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien gegen ihn vorliege.

Windtner gelassen: "Es ist alles transpartent gelaufen" Den Stein ins Rollen brachte der Eisenbahnersportverein Wels, der im April 2017 die Anzeige gegen Windtner einbrachte. Denn: "Der Anzeigeerstatter verweist dabei selbst auf eine aus seiner Sicht ungerechte Behandlung des Sportvereins durch den oberösterreichischen Fußballverband, die somit Anlass für die Anzeige war", so Windtner.

"Wir ermitteln wegen des Vorwurfs, dass Verantwortliche des ÖFB von Verantwortlichen der Fifa 100.000 Dollar im Zusammenhang mit der Wahl des Fifa-Präsidenten gefordert hätten", sagte eine Sprecherin der Behörde am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

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