Kirche: Segnung homosexueller Paare: Bischof will Diskussion

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Bischof Bode ist seit September 2017 stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und Mitglied in der DBK-Pastoralkommission. Auch das das oberste repräsentative Laien-Gremium, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), plädiert für die kirchliche Segnung homosexueller Paare. In der katholischen Kirche werden Diakone geweiht und haben dadurch weitergehende Befugnisse.

Im Interview mit unserer Redaktion sagte Bode: "Ich meine, wir müssen in der Kirche ausführlicher darüber diskutieren". Schweigen und Tabuisieren führt nicht weiter und verunsichert", so Bode gegenüber der Zeitung: "Wir müssen uns daher fragen, wie wir denjenigen begegnen, die diese Verbindung eingehen und die sich ja zum Teil auch in der Kirche engagieren. Auch wenn sich die "Ehe für alle" vom Eheverständnis der Kirche unterscheide, sei diese nun politische Realität, so der Geistliche. Wie begleiten wir sie pastoral und liturgisch?

Bode gibt zu bedenken, dass homosexuelle Beziehungen in der Kirche oft zuerst als schwere Sünde eingeordnet würden: "Wir müssen darüber nachdenken, wie wir eine Beziehung zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen differenziert bewerten", forderte der 66-Jährige: "Ist da nicht so viel Positives, Gutes und Richtiges, dass wir dem gerechter werden müssen?" "Wenn Autos und wer weiß noch alles gesegnet werden, so darf gleichgeschlechtlichen Paaren die Kirche den Segen nicht verweigern", so Sprecher Christian Weisner zur Osnabrücker Zeitung. "Wir müssen auch der Tatsache gerecht werden, dass Frauen heute in hohem Maße verantwortungsvolle Tätigkeiten in der Kirche übernehmen". Der Sprecher der Arbeitsgruppe, Markus Gutfleisch, sagte der "NOZ": "Die deutschsprachigen Bischöfe der letzten Familiensynode haben 2015 Homosexuelle um Entschuldigung für harte und unbarmherzige Haltungen der Kirche gebeten".

Er wünsche sich ein Gespräch mit Expertinnen auf diesem Gebiet und den zuständigen Bischöfen in der Bischofskonferenz - und nach Möglichkeit auch mit der zuständigen Gruppe in Rom, sagte Bode, der auch stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz ist: "Letztlich wird über diese Frage ein Konzil oder eine Synode entscheiden müssen". "Dieser Entschuldigung müssen jetzt Taten folgen".

Bischof Franz-Josef Bode hat mit einem Interview eine neue Debatte um eine mögliche Segnung von homosexuellen Paaren angestoßen.

Vor kurzem hatte im Bistum Münster Bischof Felix Genn einem Pfarrer untersagt, dem Emmericher Bürgermeister Peter Hinze und seinem Lebensgefährten im Rahmen eines Wortgottesdienstes einen "Segen für Liebende" zu spenden.

Die Ehe für alle war im Sommer vom Bundestag beschlossen worden, sie trat zum 1. Oktober in Kraft. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatte dagegen keine Einwände. In den meisten Landeskirchen können sich gleichgeschlechtliche Paare segnen lassen, in einigen ist die Eheschließung homosexueller Paare sogar vollkommen gleichgestellt.

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