Deneuve fordert die "Freiheit zu belästigen"

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Die Schauspielerin Catherine Deneuve und weitere Frauen warnen in der #MeToo-Debatte vor einem "Klima einer totalitären Gesellschaft". Weiter heißt es: "Vergewaltigung ist ein Verbrechen". Heute würden Männer "zur Kündigung gezwungen, deren einziges Vergehen es ist, ein Knie berührt oder einen Kuss erhascht zu haben". Sie fordern jedoch "eine Freiheit, jemandem lästig zu werden ("une liberté d'importuner"), die für die sexuelle Freiheit unerlässlich ist".

Die #MeToo-Debatte um Sexismus und sexuelle Übergriffe kam ins Rollen, als im Oktober Vorwürfe gegen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein bekannt wurden. Unter dem Hashtag #balancetonporc (Verpfeif' das Schwein) berichteten im Kurzbotschaftendienst Twitter tausende Frauen über Anmache oder Missbrauch - ähnlich wie in den USA unter dem Schlagwort #MeToo (Ich auch).

Sie habe eine "Kampagne der Denunziation und öffentlicher Anschuldigungen" ausgelöst, schüre Hass gegen Männer und arbeite gegen sexuelle Freiheit. Die Diskussion habe legitimerweise Bewusstsein geschaffen für sexuelle Gewalt gegen Frauen, heisst es in dem nun veröffentlichten Gastbeitrag, dies sei notwendig gewesen. Diese "Denunziations-Kampagne" gegen Männer würde aber nur Moralaposteln und religiösen Extremisten in die Hände spielen. "Dieses Fieber, die 'Schweine' zur Schlachtbank zu führen (.), dient in Wahrheit den Interessen der Feinde sexueller Freiheit, der religiösen Extremisten, der schlimmsten Reaktionäre und derjenigen, die meinen (.), dass Frauen 'besondere' Wesen sind, Kinder mit Erwachsenengesicht, die nach Schutz verlangen". Unterzeichnet haben ihn etwa 100 Frauen aus den Bereichen Kunst, Medien und Wissenschaft, darunter die Philosophin Jacqueline Lichtenstein und die Sängerin Ingrid Caven.

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