Cannabis auf Rezept überraschend stark nachgefragt

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Bei den drei größten deutschen Krankenkassen gingen bereits mehr als 13.000 Anträge auf Kostenübernahme für den Medizinalhanf ein. Sie bewertet die hohe Zahl der Anträge dennoch positiv: "Die steigende Zahl der Genehmigungen zeigt, wie wichtig es war, dieses Gesetz im letzten Jahr auf den Weg zu bringen". Nach Informationen der "Rheinischen Post" gingen in den vergangenen zehn Monaten tausende Anträge auf Kostenübernahme bei den Kassen ein.

Der Umfrage zufolge gingen aber allein bei den AOK-Kassen bislang 7.600 Anträge ein, wovon 64 Prozent genehmigt wurden.

Drogenbeauftragte Marlene Mortler
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler

Vor der Zulassung von Cannabis als Medikament hatten lediglich rund 1000 Menschen in Deutschland eine Ausnahmegenehmigung für den Konsum. Man hatte mit knapp 700 Patienten pro Jahr gerechnet, die Cannabis auf Rezept benötigen. Auch dort lag die Genehmigungsquote ähnlich hoch bei 64 Prozent. Viele seien unvollständig oder würden die Notwendigkeit der Cannabis-Therapie nicht hinreichend begründen. Auch bei Multipler Sklerose, Rheuma und zur Linderung von Schmerzen und Übelkeit bei einer Chemotherapie wird Cannabis eingesetzt.

Die größten Krankenkassen haben bisher knapp zwei Drittel der Anträge auf Cannabis auf Rezept genehmigt. Es handele sich dabei um eine Gratwanderung zwischen Zugang und Missbrauch. "Ich halte es für falsch, dass die Krankenkassen die Verordnung eines Arztes noch einmal prüfen", so die Politikerin, die selbst Fachärztin für Psychiatrie und Psychologie ist. Dazu läuft derzeit eine Ausschreibung der neuen Cannabisagentur des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

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