EZB hat Anleihen des Steinhoff-Konzerns verkauft

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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Bestand an Anleihen des kriselnden Möbelhändlers Steinhoff mit Verlust verkauft, wie aus am Montag veröffentlichten Daten der Notenbank hervorgeht. Am Ende des abgelaufenen Jahres hatte sie noch Papiere mit einer Fälligkeit im Jahr 2025 gehalten. Bekanntlich beschränk sich die EZB im Rahmen des CSPP-Ankaufsprogramms auf Anleihen, die mindestens ein Rating im Qualitätsbereich Investment Grade aufweisen. Die Regularien der Notenbank sehen vor, dass maximal 70 Prozent einer einzelnen Unternehmensanleihe erworben werden dürfen. Nach dem Anleihenverkauf war der Kurs der Steinhoff-Aktie gestern Abend um rund 12 % auf 0,51 € gesunken. In Marktkreisen geht man davon aus, dass sie einen oberen zweistelligen Millionenbetrag investiert hatte. Nach dieser Bewertung unterliegen die Verbindlichkeiten des Konzerns einem hohen Ausfallrisiko und erfüllen damit nicht mehr die Mindestanforderungen (BBB-/Baa3/BBBL) der EZB. EZB-Präsident Mario Draghi hatte im Dezember Verluste mit den Papieren eingeräumt.

Steinhoff steht erheblich unter dem Druck der Banken, nachdem Zweifel an den Bilanzen vor allem im Europa-Geschäft aufgekommen waren.

Nach dem Hochkochen eines Bilanzskandals und dem Abgang des Chefs bei Steinhoff hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit des Unternehmens auf Ramschniveau abgestuft.

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