Bieterwettstreit um 21st Century Fox: Comcast steigt aus

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Disney-Chef Iger will seinen Konzern zu einem Streaming-Giganten machen. Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, dass Fox jedoch mit dem Unterhaltungskonzern Disney weiter verhandle. Eine Transaktion werde bald erwartet, berichten mehrere Informanten. Demnach ist geplant, dass Disney Firmenteile im Wert von über 60 Milliarden Dollar übernimmt.

Disney hat im Bieterwettstreit um den Film- und Fernsehkonzern 21st Century Fox einen Konkurrenten weniger: Comcast, Besitzer von NBC, zog sein Angebot am Montag zurück. Der Kurs der Disney-Aktie dagegen kletterte leicht um 0,17 Prozent auf 107,61 Dollar.

Disney reagiert damit auf das veränderte TV-Konsum-Verhalten und auf jüngere Zielgruppen. Die Aktien von 21st Century Fox waren am Mittwoch mit 32,75 Dollar aus dem Handel gegangen.

Disney und Fox wollen sich mit der Übernahme gegen die wachsende Konkurrenz der Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime wappnen. Verbleiben würden nur noch die Unternehmensteile von Fox, die laut den Informanten von den an Disney gehenden Bereichen abgespalten werden sollen. Laut Bloomberg und "Wall Street Journal" könnten die Konzerne noch diese Woche eine Einigung verkünden. Der Murdoch-Familie gehören 39 Prozent der stimmberechtigten Aktien beider Unternehmen.

Disney scheint großes Interesse zu haben – und auch bereit zu sein, die augerufene Summe zu zahlen. Hintergrund ist etwa, dass die Genehmigung durch die Kartellbehörden einfacher als bei Comcast wäre. Aktuell gehen sie gegen eine Übernahme von Time Warner durch AT&T vor. Die kleineren Wettbewerber wie CBS, Viacom, Sony Pictures und Lions Gate müssten sehen, ob auch sie durch Übernahmen oder Fusionen auf eine ausreichende Größe kommen können. Doch immer mehr Leute laden Filme und andere Sendungen übers Internet auf den Fernseher oder den Computer, von Anbietern wie Netflix oder Hulu. Schwierigkeiten könnte auch die starke Position des Sportsenders ESPN bereiten. Viele davon finden sich derzeit noch im Programm von Netflix, bis der Vertrag nächstes Jahr ausläuft.

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