RWE hält an eigenen Zielen fest nach Innogy-Gewinnwarnung

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Der Kurs von RWE, das drei Viertel der Innogy-Aktien hält, fällt um 10 Prozent.

Die RWE-Ökostrom- und Netztochter Innogy hat wegen der andauernden Probleme auf dem britischen Markt ihre Gewinnprognose für 2017 gekappt.

Das seit Jahren schwächelnde Strom- und Gasgeschäft in Großbritannien hat einmal mehr die Bilanz der RWE-Ökostromtochter Innogy verhagelt. "Wir sehen auch keine Auswirkung auf unsere Dividende oder die Dividendenziele". Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen reichten nicht aus, um negative Markteffeke auszugleichen. Kunden könnten dort vielfach nur dadurch gehalten werden, dass man ihnen Tarifwechsel mit günstigeren Konditionen biete. Innogy will nun das Vertriebsgeschäft auf der Insel in ein Joint Venture mit dem Konkurrenten SSE einbringen.

Für das Gesamtjahr peilt RWE selbst einen bereinigten Nettogewinn von 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro an sowie einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 5,4 bis 5,7 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebit werde mit 2,8 Milliarden Euro ebenfalls um rund 100 Millionen Euro niedriger ausfallen als angepeilt. 2018 sei aber mit einem leichten Rückgang auf gut 1,1 Milliarde Euro zu rechnen.

Hintergrund sind hier laut Innogy aber erhebliche höhere Investitionen in Zukunftsfelder wie Elektromobilität, Breitbandnetze und die Digitalisierung des eigenen Unternehmens. "Auch wenn das kurzfristig unser Ergebnis belastet, bin ich überzeugt: Das ist die richtige Strategie", sagte Innogy-Chef Peter Terium. Innogy beschäftigt etwa 42 000 Menschen.

Als künftigen Aufsichtsratschef schlägt das Kontrollgremium den ehemaligen Eon-Finanzvorstand Erhard Schipporeit vor. Er folgt auf Werner Brandt, der zum Jahresende aus dem Gremium ausscheidet.

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