Easyjet darf Air Berlin-Teile endgültig übernehmen

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Der britische Billigflieger übernimmt in Berlin 25 Airbus A320 mit Flugpersonal von Air Berlin und wird auf wichtigen Linien für ein Gegenangebot zu Lufthansa sorgen.

Die Lufthansa hat im Oktober große Teile der insolventen Air Berlin übernommen. So könnte sie einige Slots an wichtigen Flughäfen wie Berlin, Düsseldorf oder Palma de Mallorca freiwillig abgeben. "Wir sind der Meinung, dass die Behörden sicherstellen müssen, dass Ryanair ausreichend Slots aus der Air-Berlin-Pleite angeboten werden", sagte Ryanair-Vertriebsvorstand David O'Brien der Nachrichtenagentur Reuters.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte 1.000 neue innerdeutsche Flügen pro Monat angekündigt, sobald die EU-Wettbewerbsbehörde grünes Licht für die Teilübernahme gebe. Der Zusammenschluss werde ohne Auflagen genehmigt, teilte die EU-Kommission mit.

An einem erfolgreichen Verkauf der Überreste von Air Berlin hängt auch der 150-Millionen-Euro-Kredit, den die Bundesregierung der Fluggesellschaft gewährt hatte. Vom Berliner Flughafen Tegel aus will sie nun Flüge nach Düsseldorf, München, Stuttgart und Frankfurt anbieten. Dann sollen insgesamt 19 Städte im In- und Ausland regelmäßig angeflogen werden.

Verschiedenen Berechnungen zufolge kommt der Lufthansa-Konzern einschließlich der Marke Eurowings und Air Berlin auf Inlandsstrecken nun auf einen Marktanteil von über 90 Prozent.

Kebekus sagte, wie von der EU-Kommission gefordert habe man noch einmal Kontakt zu weiteren möglichen Bietern aufgenommen. Die britisch-spanische IAG (British Airways, Iberia) habe Air Berlin auch im zweiten Anlauf eine Absage erteilt, und auch Gespräche mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook hätten "bisher nicht ansatzweise zur Unterbreitung eines tragfähigen Alternativangebots geführt", berichtete Kebekus dem Gläubigerausschuss, wie Air Berlin mitteilte. Der Generalbevollmächtigte der Airline, Frank Kebekus, erklärte am Dienstag in einer Mitteilung, dass die Prüfung des Verkaufs der Tochter Niki an die Lufthansa "in die entscheidende Phase" getreten sei.

Sollte die EU-Kommission bis zum 21. Dezember zu keinem Ergebnis gekommen sein, kann sie eine vertiefte Prüfung der Übernahme einleiten. Insofern bleibe die Lufthansa der einzig zuverlässige Kaufinteressent für Niki. "Dies würde bedeuten, dass kurz vor Weihnachten 1000 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren, Zehntausend Passagiere stranden und Hunderttausende Tickets ihre Gültigkeit verlieren".

Zudem würde mit einem Zusammenbruch von Niki weitere Kapazität aus dem Markt genommen und in Folge weniger statt mehr Wettbewerb herrschen. "Angesichts dieser Sachlage hoffen wir nun auf eine zügige und klare Entscheidung der Europäische Kommission".

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