Bundestag debattiert über Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat

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Im Bundestag formieren sich mehrere Initiativen gegen den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat. Der Bundestag debattiert noch im Tagesverlauf über den künftigen Umgang mit Glyphosat.

Das Ja von Agrarminister Christian Schmidt (CSU) für eine weitere Zulassung des Unkrautgifts Glyphosat in der EU hat im Bundestag einen heftigen Schlagabtausch über Konsequenzen ausgelöst. Ein Laissez-faire bei der Zulassung sei ebenso wenig geboten wie ein Verbotsrigorismus, heißt es im FDP Antrag. Ihr Ziel bleibe der komplette Ausstieg aus Glyphosat. Dieses mal handelt es sich um die Neonicotinoide, die zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden, jedoch auch für das Bienensterben verantwortlich zeichnen sollen.

Nach einer gründlichen wissenschaftlichen Analyse aller verfügbaren Daten über Glyphosat sei man zu dem Schluss gekommen, dass es keine Verbindung zwischen der Chemikalie und Krebserkrankungen bei Menschen geben, erklärte die Kommission. Grüne und Linke signalisierten bereits ähnliche Vorhaben für ein Glyphosat-Verbot und wollen ebenfalls entsprechende Anträge einreichen. Diese werde durch ein Amt genehmigt, das dem Landwirtschaftsministerium unterstehe - allerdings im Einvernehmen mit dem Umweltbundesamt, das wiederum zum Geschäftsbereich des Umweltministeriums gehört.

SPD, Grüne und Linke plädierten für eine schnelle Beschränkung des Einsatzes von Glyphosat und wollen ein generelles Ende der Anwendung erreichen. Grünen-Politiker Harald Ebner sagte, Schmidt trage die Verantwortung dafür, dass "die historische Chance vertan" worden sei, Glyphosat "europaweit vom Tisch zu bekommen". Deshalb fordert sie ein Aus für den Einsatz des Pestizids in der Landwirtschaft. Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach nannte Schmidts Alleingang beim Glyphosat-Votum "bestürzend".

Die Union beklagte eine von "Emotionen und Verunglimpfungen" beherrschte Debatte über Glyphosat. Unabhängig von einer möglichen Krebsgefahr argumentiert Hendricks mit dem Schutz der Artenvielfalt und der Nahrungskette der Tiere. Andere Experten bezweifeln dies. Zudem soll die Bundesregierung die Voraussetzungen schaffen, um "schnellstmöglich endgültig aus der Anwendung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel auszusteigen".

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