VW-Manager in den USA zu Haftstrafe verurteilt

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Am 7. Januar 2017 wurde der VW-Manager nach seinem Weihnachtsurlaub am Flughafen in Miami festgenommen.

Damit ist in den USA ist der zweite Volkswagen-Mitarbeiter wegen seiner Rolle im Abgas-Skandal zu einer harten Strafe verurteilt worden.

Müder Blick, nach unten gezogene Mundwinkel: Das Foto von Oliver Schmidt nach seiner Verhaftung, der sogenannte "Mug Shot", ging um die Welt.

Der Dieselskandal war vor gut zwei Jahren in den USA aufgeflogen.

Es folgten zermürbende Monate, bevor Schmidt im August ein Schuldbekenntnis abgab und sich bereit erklärte, mit den Strafverfolgern zusammenzuarbeiten. Der Deutsche hatte sich vor Gericht schuldig bekannt, Teil einer Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen Umweltgesetze gewesen zu sein, um die angedrohte Strafe abzumildern. Als Chef der VW-Umweltabteilung in den USA sei er von seinen Vorgesetzten nicht über die Existenz der später aufgedeckten Betrugssoftware in Dieselmotoren informiert worden. Liang hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Schmidts Anwälte hofften auf 40 Monate Haft, wie sie auch der bereits verurteilte VW-Ingenieur Liang erhielt und 200 000 Dollar (170 000 Euro) Geldstrafe. An diese Personen, die sich in Deutschland aufhalten sollen, kommt die amerikanische Justiz aber nicht so leicht heran. Allerdings laufen auch bei deutschen Staatsanwaltschaften Ermittlungsverfahren.

Die Suche nach den verantwortlichen Managern geht auch nach der Verurteilung Schmidts weiter. Nach seiner Verhaftung hat er eine Mittäterschaft im Abgasskandal zunächst abgestritten und versucht, gegen Kaution auf freien Fuß zu kommen.

Schmidt arbeitete von 2012 bis Anfang 2015 in der VW-Niederlassung in Auburn Hills im Bundesstaat Michigan, danach kehrte er in die Wolfsburger Konzernzentrale zurück. Doch Cox lehnte den Antrag trotz 1,6 Millionen Dollar an finanziellen Sicherheiten und Empfehlungsbriefen von Freunden und Familie ab. Am Ende sah sich Schmidt gezwungen, ein Geständnis abzulegen. Anfangs hatte wegen der ihm zur Last gelegten elf Straftaten eine Gesamtstrafe von 169 Jahren im Raum gestanden. Den Vorwurf des Überweisungsbetrugs - die schwerwiegendste Beschuldigung gegen Schmidt - hatte die Anklage daraufhin fallen gelassen. Liang hat schon vor einem Jahr ein 16-seitiges Geständnis abgelegt. Das Ganze hat den Konzern 25 Milliarden Euro in Vergleichen gekostet.

Volkswagen hat stets beteuert, dass die Verantwortung für die Abgasmanipulationen eher bei einem kleinen Kreis von Entwicklern liegen dürfte. Insgesamt sind im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre in den USA bislang Strafanzeigen gegen acht amtierende und frühere Mitarbeiter des VW-Konzerns vom Justizministerium öffentlich gemacht worden.

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