Deutsche Tradition des Orgelbaus zum Kulturerbe erklärt

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"Die Orgel ist als Kulturgut seit Jahrtausenden im Bewusstsein der Menschheit", erklärt der Orgel-Sachverständige Michael Kaufmann.

In die "Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes" wurden sechs Elemente eingeschrieben, darunter die türkische Pfeifsprache, der traditionelle Poesievortrag Al Azi in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die Dikopelo-Musik der Volksgruppe Bakgatla-ba-Kgafela in Botswana.

Ebenfalls aufgenommen wurden die Tradition des Orgelbaus und der Orgelmusik aus Deutschland sowie die Kunst des neapolitanischen Pizzabäckers. "Hinter der Formulierung des Antrags stehen Jahrzehnte der Beschäftigung als Musikwissenschaftler, Organist und Orgelsachverständiger mit dem Instrument, seiner Geschichte und Gegenwart, seiner Technik und seines Klangs". Über 50 000 Orgeln seien derzeit hierzulande im Einsatz. "Jede Orgel ist einzigartig", sagte er. Deshalb seien menschlichen Wissen und Können für den "in Deutschland sehr innovativen Orgelbau" so zentral.

Weltweit fördert die UNESCO seit 2003 den Erhalt von Alltagskulturen und -traditionen. Die Aufnahme auf die Repräsentative Liste verstärkt die Sichtbarkeit des immateriellen Kulturerbes im städtischen Raum und unterstreicht die wichtige Rolle der Sprache, in diesem Fall des Basler Dialekts, bei der Vermittlung dieses Kulturerbes. Die Unesco will mit der Aufnahme in die Liste Aufmerksamkeit dafür schaffen. Ein unabhängiges Expertenkomitee bewertet die Vorschläge und gibt eine Auswahlempfehlung, die von KMK und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) bestätigt sowie von der Deutschen Unesco-Kommission veröffentlicht werden. Über Neueintragungen entscheidet der Zwischenstaatliche Ausschuss für die Erhaltung des immateriellen Kulturerbes auf seiner jährlichen Tagung im Herbst. Sie seien Ausdruck von Kreativität und Erfindergeist und vermittelten Identität und Kontinuität.

Das teilte die Weltkulturorganisation Unesco in der Nacht auf Donnerstag (7.12.2017) mit. Das deutsche Verzeichnis zählt bislang 68 kulturelle Ausdrucksformen; auf die Internationale Liste wurden aus Deutschland bisher die Falknerei und die Genossenschaftsidee aufgenommen.

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