Steinhoff-Chef tritt nach neuen Unregelmäßigkeiten mit sofortiger Wirkung zurück

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Der Aufsichtsrat von Steinhoff hat den Rücktritt angenommen. Zudem gab der Aufsichtsrat am späten Dienstagabend in einer Pflichtmitteilung bekannt, dass "in Bezug auf Bilanzunregelmäßigkeiten neue Informationen ans Licht gekommen sind". Man hat PWC gebeten, die Sachlage zu untersuchen.

Aufsichtsratschef Christo Wiese wird zunächst die Geschäfte bei Steinhoff als Executive Chairman führen. Er wird von Pieter Erasmus, dem früheren CEO der Pepkor Gruppe, in seiner Aufgabe unterstützt. Außerdem hatte die südafrikanische Finanzaufsicht am Dienstag bekanntgegeben, dass sie mögliche Fälle von Insiderhandel mit Aktien verschiedener Unternehmen prüft, darunter die von Steinhoff. Am Morgen lagen die Steinhoff-Papiere im vorbörslichen Handel zeitweise gut 47 Prozent im Minus.

Börsianer sprachen bereits seit längerem von anhaltender Unsicherheit mit Blick auf die Bilanz von Steinhoff. Seit Ende August kursieren auch Berichte, in denen von einem Verdacht der Bilanzfälschung die Rede ist. Der Aktienkurs befindet sich seit Tagen auf steiler Talfahrt.

Steinhoff ist ein Konzern mit Rechtssitz in Amsterdam und einem operativen Hauptquartier in Südafrika und beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit etwa 90.000 Mitarbeiter. Die Wurzeln des Unternehmens liegen im deutschen Möbelbau. In Deutschland ist Steinhoff vor allem durch seine Poco-Einrichtungshäuser bekannt. International gilt er als größter Konkurrent des schwedischen Möbelriesen Ikea.

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