ProSiebenSat.1 präsentiert neue Konzernstruktur

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Zu diesem Zwecke wird man den Bereich Digital Entertainment mit dem TV-Geschäft verschmelzen und ihn als Entertainment-Unit des Konzerns brandmarken.

Es war Ende August, als ProSiebenSat.1 feststellte, dass sich die erhoffte Erholung der TV-Werbeeinnahmen im zweiten Halbjahr nicht einstellen wollte und man daher in diesem Bereich hinter den selbst gesteckten Zielen zurückblieb.

Entertainment: Hier werden die Bereiche TV Broadcasting, Distribution, Advertising Platform Solutions (AdTech), SevenVentures und Digital Platforms (etwa maxdome, 7TV App) gebündelt. Ab Januar wird das Geschäft in die drei Beereiche Entertainment, Content Production und Global Sales aufgeteilt.

Commerce: Im Commerce-Geschäft wird ProSiebenSat.1 unter dem Namen NCG - Nucom Group aktiv sein und die Tochterunternehmen künftig in vier Kategorien bündeln: Home Services & Mobility (Verivox, billiger-mietwagen.de, Käuferportal), Leisure & Relationships (mydays/Jochen Schweizer, Parship Elite Group, Amorelie), Health & Beauty (Flaconi, Windstar Medical) und Style (moebel.de, Stylight). Das Ziel des Umbaus ist es daher laut Konzern auch, sich den verändernden Umfeldern anzupassen und "weiteres nachhaltiges, profitables" Wachstum sicherzustellen.

Bleibt schließlich noch der Bereich Commerce - und der erhält einen neuen Namen. Vom Online-Reisegeschäft hat man sich mit dem Verkauf von etraveli bekanntlich bereits teilweise getrennt und auch weg.de/tropo will man am liebsten los werden. Oder wie es offiziell heißt: Man "führt den Review-Prozess zu einem möglichen Verkauf fort".

Über 50 Prozent ihres Umsatzes erzielt ProSiebenSat.1 inzwischen außerhalb des klassischen TV-Werbegeschäfts. Bei ProSiebenSat.1 zeigt man sich auf dem Capital Markets Day sehr erfolgsbewusst: Man spricht von einem Umsatzwachstum von mehr als 1 Milliarde Euro bis zum Jahr 2022 als mittelfristigem Finanzziel und davon, die Jahresprognose 2017 zu bestätigen. Euro Umsatz in den digitalen Geschäftsfeldern zugleich zu einer relevanten Größe in diesem Bereich aufgestiegen. "Das alles war nur möglich, weil wir die Transformation und Diversifizierung des Konzerns seit 2009 systematisch vorantreiben", erklärt der scheidende Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling. "Mit der Drei-Säulen-Strategie stellen wir Pro Sieben Sat 1 auch für die Zukunft wettbewerbsfähig auf, stärken die Gruppe für weiteres Wachstum und schaffen zusätzlichen Wert für Mitarbeiter und Aktionäre".

ProSiebenSat.1 will sich mit dem Weggang des langjährigen Unternehmenschefs Thomas Ebeling neu aufstellen. Unser Management-Team und der Aufsichtsrat haben diese Strategie in den vergangenen Monaten gemeinsam entwickelt. Für das geschätzte Ebitda und den bereinigten Konzernjahresüberschuss geht das Unternehmen weiterhin von einem Ergebnis leicht über Vorjahresniveau aus. Für diesen Sektor sucht ProSiebenSat.1 neue Investoren, um ihn möglicherweise als semi-seperate Operation auf den Börsenmarkt zu schicken. Es ist der erste größere Auftritt Ebelings, nachdem der Vorstandschef nach seinen abfälligen Äußerungen über die Zielgruppe seiner Sender seinen vorzeitigen Abgang im kommenden Jahr ankündigen musste - und wird dementsprechend mit Spannung erwartet.

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