Nach Todesfahrt eines Freigängers: JVA-Beamte vor Gericht

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Um diese Frage dreht sich ein Prozess vor dem Limburger Landgericht. Sie waren beteiligt, als dem Häftling im Januar 2015 Freigang gewährt wurde. Als er in eine Polizeikontrolle auf der A3 geriet, wollte er fliehen und knallte auf der Bundestrasse 49 mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Sonst wäre sein Verhalten "erwartbar" gewesen - zumal der Mann mehr als 20 Mal einschlägig vorbestraft gewesen sei. Auch wegen gefährlicher Fahrmanöver war der Geisterfahrer bereits mehrmals verurteilt worden. Der JVA-Mitarbeiter aus Wittlich habe zwar erkannt, dass der Häftling für eine Verlegung in den offenen Vollzug "ungeeignet" gewesen sei, habe ihr aber dennoch zugestimmt. Ein Mann saß unter anderem im Gefängnis, weil er ohne Führerschein Auto gefahren war. Tatsächlich hat der Mann nie einen Führerschein besessen.

Dem angeklagten Beamten aus der JVA Diez wird vorgeworfen, dass er die Einschätzung seiner Kollegen ungeprüft übernommen habe, sagt Oberstaatsanwalt Herrchen. Der dortige JVA-Beamte prüfte das strafrechtliche Vorleben des Häftlings nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ebenfalls nicht - so sei der Häftling schließlich zum Freigänger geworden. Er habe nicht nachgeforscht, wie der Mann zu seiner Arbeitsstelle gelangte und wie er überhaupt an ein Auto gekommen war. Hier prallte er gegen den Kleinwagen einer 21 Jahre alten Frau, die den Unfall nicht überlebte.

Der Unfallverursacher selbst war im Dezember 2015 zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt worden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Staatsanwalt Manuel Jung betonte am Dienstag vor Gericht, alle drei Angeklagten hätten ihre individuelle Sorgfaltspflicht missachtet und die fahrlässige Tötung des 21-jährigen Unfallopfers ermöglicht. Die Verteidiger der drei Angeklagten wiesen die Vorwürfe zurück: Es bestehe demnach keine Verbindung zwischen der Entscheidung, den Mann in den offenen Vollzug zu verlegen und der Unfallfahrt.

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