Landtag erhält Einsicht in Akten im Fall Oury Jalloh

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Die Akten zum fast 13 Jahre zurückliegenden Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle werden dem Landtag zur Verfügung gestellt. Das berichtet zumindest die "Mitteldeutsche Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe).

Demnach habe der Leitende Oberstaatsanwalt Folker Bittmann in einem Vermerk vom 4. April 2017 nicht nur die Unfall-These verworfen, nach der sich Jalloh im Alkoholrausch selbst verbrannt haben soll.

Der Leitende Oberstaatsanwalt stützt sich dabei auf mehrere Gutachter und einen 2016 unternommenen Brandversuch. Plausibel sei ein Zusammenhang mit zwei früheren Todesfällen um die Polizeistation Dessau, heißt es in dem Vermerk. Auch nach umfangreichen Ermittlungen und zwei Landgerichtsprozessen ist unklar, wie der an Händen und Füßen gefesselte Mann aus Sierra Leone in der Polizeizelle im Jahr 2005 ums Leben kam. Den Beamten sei klargeworden, "dass schwere Verletzungen oder gar das Versterben eines weiteren Häftlings neuerliche Untersuchungen auslösen würden". Zuletzt hatte die Staatsanwaltschaft Halle die Ermittlungen eingestellt.

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