Frankreich trauert um Sänger Johnny Hallyday, der mit 74 gestorben ist

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Hallydays hagerem Gesicht waren die Exzesse seines Lebens anzusehen. Hallyday wurde 74 Jahre alt.

Das hat seine Frau Laeticia auf Twitter mitgeteilt. Er galt bis zuletzt als einer der größten Stars im französischen Showbusiness.

An Johnny Hallyday, Frankreichs Rock-Ikone, scheiden sich die Geister. Seine Rockmusik mit französischer Sprache machte ihn in den 1960er Jahren bekannt. So wie Elvis leistete auch er seinen Wehrdienst in Deutschland ab und nahm dort einige Rock 'n' Roll-Platten auf. Er arbeitete mit Jon Bon Jovi und Patrick Bruel zusammen. Seine Bühnenpräsenz und sein Musikstil wurden von Sängern wie Elvis, Chuck Berry und Buddy Holly geprägt. Er bekam in seiner Heimat sogar eine Briefmarke. "In Frankreich ist Hallyday unerreichbar", erklärte der britische Musiker Mick Jagger damals voller Bewunderung. Mit seiner Steuerflucht hingegen verprellte Hallyday viele. "Von Johnny Hallyday werden wir weder den Namen, noch die Schnauze oder die Stimme vergessen", heißt es.

Er hat einen Teil von Amerika in unser nationales Pantheon gebracht.

Geboren wurde er am 15. Juni 1943 als Jean-Philippe Smet in Paris als Sohn eines belgischen Varieté-Künstlers und eines französischen Models. 1960 brachte Hallyday seine erste Platte auf den Markt. Drei Jahre später spielte er bei einem Freiluftkonzert in Paris vor 150.000 Zuhörern. Für Frankreichs Jugend stieg er zum Idol auf; im konservativen Frankreich der De-Gaulle-Ära verkörperte er den wilden Rock'n'Roll. Im Krimi "David Lansky" war er auch im deutschen Fernsehen zu sehen.

Von seiner sanften Seite zeigte sich Hallyday vor allem bei Gesprächen über seine Kinder, etwa die aus Vietnam adoptierten Töchter Jade und Joy. 2006 ließ er sich in einem Chalet im Schweizer Gstaad nieder, weitere Wohnsitze hatte er in Los Angeles und auf der Antillen-Insel Saint-Barthélémy.

In den vergangenen Jahren sorgte der Rocker vor allem mit Gesundheitsproblemen für Schlagzeilen. Im Jahr 2009 überstand er einen Darmkrebs und ein künstliches Koma, in das er nach einer Bandscheiben-Operation versetzt werden musste.

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