Piloten sagen NEIN: 222 Abschiebungen aus Deutschland verhindert

Einstellen Kommentar Drucken

Am Flughafen Düsseldorf wurden 40 Abschiebungen durch die Piloten verhindert. In Köln/Bonn gab es drei Fälle, bundesweit 222, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage hervorgeht.

Die meisten Fälle - nämlich 143 - gab es am größten deutschen Flughafen in Frankfurt. Zwischen Januar und September zählten die Behörden am Airport Düsseldorf 3785 Abschiebungen, in Köln/Bonn 174.

"Die Entscheidung, einen Passagier nicht zu befördern, trifft letztlich der Pilot und ist eine Einzelfallentscheidung", so der Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty gegenüber der WAZ. "Wenn er den Eindruck hat, dass die Flugsicherheit beeinträchtigt werden könnte, muss er den Transport eines Passagiers ablehnen".

Laut dem Sprecher können die Piloten den Transport aus Sicherheitsgründen ablehnen.

Da die Bundespolizei den Flug nicht begleitete, nähmen die Piloten der Lufthansa vorher persönlichen Kontakt zu den Passagieren auf. Diese hätten ein gültiges Ticket und würden wie normale Passagiere behandelt.

In NRW lebten Ende September rund 72.000 Ausreisepflichtige, in der gesamten Bundesrepublik waren es insgesamt 230.000.

"Bei gewalttätigen Personen und solchen, die durch ihr Verhalten die Störung anderer Passagiere oder des Flugbetriebes verursachen, kann der verantwortliche Flugkapitän die Mitnahme verweigern", heißt es weiter.

Comments