Neu gewählt | Paefgen leitet ZF-Aufsichtsrat

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Franz-Josef Paefgen wird neuer Vorsitzender des ZF-Aufsichtsrats. Eigentlich wollte Behr das Amt zur Hauptversammlung im März niederlegen.

Der promovierte Maschinenbauer Paefgen arbeitete zunächst für Ford in Köln, ging dann zu Audi nach Neckarsulm und bekleidete ab 1987 bei der VW-Tochter in Ingolstadt verschiedene Führungspositionen. Dort war er von 1997 bis 2002 Vorstandschef von Audi und anschließend für die VW-Edelmarke Bentley sowie für die Konzern-Forschung und die Motorsportaktivitäten verantwortlich. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2011 war er Präsident der Bugatti Automobiles sowie der Bugatti International.

ZF habe in den vergangenen Jahren eine hervorragende Entwicklung genommen und die Herausforderungen der Automobilindustrie mit einer Langfrist-Strategie erfolgreich angenommen, sagte Paefgen laut Mitteilung.

Paefgen soll nach Informationen der "Schwäbischen Zeitung" aus Unternehmenskreisen nun mit Vorstandschef Stefan Sommer Gespräche führen und den 54-jährigen Ingenieur zum freiwilligen Rückzug vom Posten des Vorstandsvorsitzenden des drittgrößten Automobilzulieferers der Welt bewegen. Hintergrund sind Medienberichten zufolge Differenzen mit der Stadt Friedrichshafen, deren Oberbürgermeister Andreas Brand (parteilos) die Zeppelin-Stiftung als ZF-Haupteigentümerin im Aufsichtsrat vertritt. 2015 übernahm der Autozulieferer beispielsweise den US-Konkurrenten TRW. Nach einem früheren Bericht des "Wall Street Journal" hatte sich das Gremium etwa gegen Pläne des Vorstands für eine Übernahme des belgischen Wabco-Konzerns ausgesprochen. Zum Vergleich: Andere Stiftungsunternehmen wie Mahle oder Bosch haben eine Ausschüttungsquote von weniger als 10 Prozent.

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