Deutsche Umwelthilfe wirft BMW Abgasmanipulation vor

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Noch auf der Automobilmesse IAA im Herbst 2017 hatte sich BMW-Chef Harald Krüger klar bekannt: "Es gibt keine Abschalteinrichtungen bei BMW". Sollten sich der Verdacht erhärten, hätte der Abgasskandal nun wohl auch BMW endgültig erfasst.

In den vergangenen Monaten hat die DUH in Zusammenarbeit mit dem ZDF-Verbrauchermagazin WISO, anderen Prüfinstitutionen und einem Software-Experten im EKI die Abgasemissionen eines BMW 320d untersucht.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat sich im VW-Dieselskandal einen Namen gemacht: Als hartnäckiger Ermittler in Sachen manipulierter Autoabgase und als höchst unangenehmer Gegner der Automobilindustrie.

Dass Diesel-Pkw von BMW im realen Betrieb auf der Straße die Abgasgrenzwerte von 80 mg NOx/km in vielen Fällen nicht einhalten, belegen Messungen des Verkehrsministeriums von April 2016 sowie Straßenmessungen der DUH in ihrem Emissions-Kontroll-Institut (EKI).

BMW erklärte auf Anfrage des ZDF schriftlich, "vergleichbare Fahrzeugtypen" hätten bei einer von BMW veranlassten Untersuchung des TÜV Süd Stickoxid-Werte erzielt, die "innerhalb der technisch erklärbaren sowie erwartbaren Toleranz" lägen.

"Die vorliegenden Messergebnisse sind sehr klare Indizien dafür, dass hier Abschalteinrichtungen in der Motorsteuersoftware vorhanden sind", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch den Berichten zufolge. Diese müssten komplett entfernt werden. Weiter erklärte BMW, "dass Fahrbedingungen, die von der gesetzlich vorgeschriebenen NEFZ-Rollenprozedur abweichen, auch zu höheren Emissionen führen können und dürfen". Dabei soll der Dieselmotor mit der Abgasnorm Euro 6 deutlich mehr Schadstoffe produziert haben als im Labor.

Der Autobauer BMW hat zurückgewiesen, Dieselwerte seiner Autos manipuliert zu haben.

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