Noch keine konkrete Spur im Fall der Paketbombe

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Die Ermittlungsgruppe "Luise" wurde mittlerweile auf 50 Kriminalisten aufgestockt.

Polizei und Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatten die Bevölkerung gebeten, beim Empfang von verdächtigen Paketen sehr vorsichtig zu sein.

Mitten im wichtigen Weihnachtsgeschäft wird der Paketdienst DHL erpresst. Am Freitag war die Paketbombe am Potsdamer Weihnachtsmarkt von Spezialisten der Polizei unschädlich gemacht worden. Eine ähnliche Lieferung sei zudem bereits im November in Frankfurt/Oder aufgetaucht.

Hinweise auf eine gefährliche Sendung sind zum Beispiel ein fehlender, unbekannter, unvollständiger oder nicht existenter Absender, auffällige Rechtschreibfehler oder auch aus dem Paket ragende Drähte, erklärte die Polizei. Im Zweifel solle auf jeden Fall die Polizei informiert werden.

Bei der Fahndung nach dem DHL-Erpresser hat die Polizei bereits drei Dutzend Hinweise erhalten. Die Brandenburger Polizei geht ersten Spuren nach, Ermittler rufen zu Wachsamkeit auf. Der Absender der Bomben fordert von der DHL einen Millionenbetrag und droht andernfalls mit weiteren Sendungen, wie er in einem Brief in der Potsdamer Paketbombe schrieb.

"Wir haben Hinweise darauf, dass es sich um einen regionalen Täter oder eine regionale Tätergruppe im Raum Berlin/Brandenburg handelt". Diese sei als sogenannter QR-Code im Internet verschlüsselt, aber eindeutig rekonstruiert worden. Laut Behörden lag dem Päckchen ein Erpresserschreiben an den Lieferdienst per QR-Code bei. In einem Feld kann man einen Text oder beispielsweise Kontaktdaten eingeben. Die Polizei stellte später fest, dass das Paket Nägel und einen sogenannten Polenböller enthielt, also einen sehr starken, in Deutschland nicht zugelassenen Feuerwerkskörper. Noch ist nicht geklärt, ob die Vorrichtung zündfähig war. Die Ermittler haben 48 Stunden lang alle Teile des Pakets analysiert und dabei auch einen Zettel mit einem QR-Code wieder zusammengesetzt. Weitere Einzelheiten dazu wurden aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht genannt. Gerade in der Weihnachtszeit, der Hochsaison für Geschenke und Paketzusteller, eine harte Empfehlung. Die Sicherheitsmaßnahmen für die Weihnachtsmärkte in Potsdam wurden daraufhin nochmals verschärft. In Pritzwalk im Nordwesten Brandenburgs wurde die Polizei von einer Frau wegen eines Pakets gerufen, in dem sich eine Tube mit Gel befand, die der Ehemann bestellt hatte. Im Jahresdurchschnitt transportiere die Post täglich rund vier Millionen Pakete, derzeit seien es teilweise über sieben Millionen. In der Spitze werden sogar 8,5 Millionen erwartet. "Es ist daher unmöglich, jede einzelne Sendung zu überprüfen", sagte ein Sprecher. Bisher stelle man keine Verhaltensänderungen bei seinen Kunden fest, so der Konzern.

Die Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen für möglich oder sogar wahrscheinlich, wie Mörke weiter erklärte.

Die Tat sei besonders verwerflich, meinte Minister Schröter. Eine Bedrohung könne erst entstehen, wenn die Pakete "aktiv geöffnet" werden.

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