Huthi-Rebellen: Gesprächsangebot von Jemens Ex-Staatschef an Riad ein Coup

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Stunden zuvor hatten die Huthi-Rebellen im Jemen erklärt, sie hätten eine Rakete auf ein "militärisches Ziel" in Saudi-Arabien abgefeuert.

Jemens Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh ist nach eigenen Angaben bereit zu Gesprächen mit dem verfeindeten Saudi-Arabien. Das saudi-arabische Militärbündnisgriff damals in den Konflikt ein. Demnach wurde niemand verletzt.

"Salehs Rede ist ein Putsch gegen unsere Allianz und Partnerschaft", sagte dagegen ein Sprecher der Huthi-Rebellen im von den Aufständischen kontrollierten Fernsehsender Al-Masirah.

Bereits am 4. November hatten die jemenitischen Rebellen eine Rakete abgefeuert, die in der Nähe des Flughafens der saudiarabischen Hauptstadt Riad abgefangen und zerstört wurde.

Die von den Huthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba hatte zuvor von einem erfolgreichen Test einer ballistischen Mittelstreckenrakete auf ein Militärziel in Saudi-Arabien berichtet. Einen Tag später verhängte das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis eine Blockade über alle jemenitischen Seehäfen, Flughäfen und Landübergänge, um die Huthi-Rebellen zu schwächen. Unterdessen forderte die UNO die Militärkoalition zur Aufhebung der Blockade auf, die auch internationale Hilfslieferungen betrifft.

Inzwischen wurde die Blockade gelockert, am Samstag landeten erstmals wieder Flugzeuge mit Hilfsgütern und Helfern in der Hauptstadt Sanaa, am Sonntag erreichte ein Schiff mit 25.000 Tonnen Weizen den von Rebellen kontrollierten Hafen Saleef im Westen des Landes. Bei ihrer Machtdemonstration folgten die Menschen einem Aufruf des Rebellenführers Abdul Malik al-Huthi zum Geburtstag des Propheten Mohammed. Seitdem wurden mehr als 8750 Menschen getötet. Dann könne auch wieder "nachbarschaftlich" miteinander gesprochen werden, sagte Saleh.

In Sanaa lieferten sich Anhänger des Ex-Präsidenten mit den ihnen ehemals verbündeten Huthi-Milizen erneut Gefechte. Damit stehen sie auch einem von Saudi-Arabien geführten Militärbündnis sunnitischer Staaten gegenüber, das Hadi unterstützt. Dies wurde damit begründet, dass iranische Waffenlieferungen an die schiitischen Huthi-Rebellen in dem Bürgerkriegsland unterbunden werden sollten.

2015 hatten die Huthis die Kontrolle über die Hauptstadt Sanaa übernommen und Präsident Hadi ins Exil gezwungen.

Der rund dreijährige Bürgerkrieg hat im Jemen eine humanitäre Katastrophe ausgelöst.

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