Gift-General Praljak starb durch Zyankali

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Ein verurteilter bosnisch-kroatischer Kriegsverbrecher trinkt mitten im Gerichtssaal in Den Haag eine Substanz. Doch bei der Urteilsverkündung in Den Haag nahm er sich das Leben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen "Beihilfe zum Suizid und Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz". Später starb er im Krankenhaus.

Nach dem Suizid des bosnisch-kroatischen Kriegsverbrechers Slobodan Praljak im Gerichtssaal in Den Haag ist das Entsetzen groß.

Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic sagte, Praljaks Tod habe die Menschen in Kroatien tief getroffen.

Praljak hatte am Mittwoch während einer Urteilsbestätigung durch das UNO-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien aus einer kleinen Flasche getrunken und war wenig später gestorben.

Zusammen mit Paljak waren im letzten Revisionsverfahren des Tribunals fünf weitere ehemals hochrangige Vertreter der bosnischen Kroaten wegen schwerster Kriegsverbrechen im Bosnienkrieg (1992-1995) schuldig gesprochen worden. Praljak wird in Kroatien von vielen als Held und Märtyrer verehrt.

Das Urteil des Den Haager Tribunals stellte auch eine Verbindung mit der damaligen kroatischen Führung her. Er hatte daraufhin Gift genommen. Sie sollen für Morde, Vergewaltigungen und ethnische Säuberungen verantwortlich sein. Das Parlament hatte nach den Ereignissen in Den Haag seine Sitzung zunächst unterbrochen und setzte sie dann mit einer Schweigeminute für Praljak und die Kriegsopfer fort. Mit seiner tragischen Handlung habe Praljak symbolisch auf die Ungerechtigkeit des Urteils hingewiesen, so die Parteien.

Der Ministerpräsident des EU-Landes, Andrej Plenković, sagte, Praljak sei offensichtlich erschüttert von der Möglichkeit gewesen, dass er verurteilt würde.

Gerätselt wird vor allem, wie Praljak an die Chemikalie kommen konnte, wie er das Giftfläschchen trotz der strengen Sicherheitsauflagen in das Gericht schmuggeln konnte - und wer ihm geholfen haben könnte.

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