Boris Becker wird 50: Bilder einer einzigartigen Karriere

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Berlin - Die Frage, wie er seinen 50. Geburtstag feiern wolle und ob diese Zahl eine besondere Bedeutung habe, geht Boris Becker zu weit.

Mit leichter Verspätung direkt aus seiner Wahlheimat London gekommen, wo dieses Jahr sogar eine der beiden Masters-Gruppen nach ihm benannt war, referierte Becker über die Situation im deutschen Herrentennis, lobte Jungstar Alexander Zverev und betonte wieder einmal, dass sein neuer Job im deutschen Verband für ihn "eine Herzensangelegenheit" sei. Sie dürfen auch bleiben, wenn Becker auf dem OP-Tisch liegt.

Er habe es seit über 30 Jahren nicht mehr erlebt, dass er sich auf der Straße nicht beobachtet gefühlt habe, sagte Becker in einem Interview mit dem SID.

Mit seinem ersten Sieg in Wimbledon entfachte der damals 17-Jährige 1985 einen Tennis-Boom in Deutschland.

Becker trifft den Papst in Rom, schüttelt Lady Diana die Hand, spricht mit Bundeskanzler Helmut Kohl und wird ins Weiße Haus eingeladen.

1986 und 1989 siegte er erneut auf dem "heiligen Rasen". Während seiner Karriere feiert er 49 Turniersiege, sechs Grand-Slam-Titel und klettert am 28. Januar 1991 auf Platz eins der Weltrangliste. Unbestritten ist Becker einer der bedeutendsten Sportler, die Deutschland je hervor gebracht hat. Privat lebt er allerdings in England – und ist mit seinem Heimatland ziemlich fertig. "Aber wer ist fehlerlos?", sagt Becker der Zeitschrift "Gala". Zwar geriet Becker in den letzten Monaten immer wieder mit Finanzproblemen in die Schlagzeilen, trotzdem gibt er sich nicht unzufrieden.

In der Illustrierten "Gala" plauderte er über seine Ehe, seine Kinder, seine Gesundheit und die Beziehung zu Deutschland. Er selbst reagierte spät darauf, räumte aber ein, dass gegen ihn privat ein Insolvenzverfahren laufe: "Es ist irrsinnig, zu glauben, ich sei pleite". Nach verschiedenen Trainerrollen ist Becker seit Ende September Head of Men's Tennis beim Deutschen Tennis Bund.

Becker trainiert nun tatsächlich wieder deutsche Tennisspieler. Fragen nach seinem Privatleben oder seiner finanziellen Situation waren nicht gestattet. "Ihm macht das Spaß, er tut das wirklich gerne", sagt einer, der Becker schon lange kennt und eine wichtige Funktion im DTB innehat. In dem Film sagt Becker einmal: "Ich muss durchhalten. Aber das Ziel ist das gleiche: das Spiel zu gewinnen", zitiert die Bild Aussagen aus der Dokumentation.

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