Neue Therapie gegen Apfelallergie

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In enger Zusammenarbeit mit Tamar Kinaciyan an der Dermatologischen Abteilung der MedUni Wien hat eine Forschungsgruppe um Barbara Bohle am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung in einer Phase-II-Studie nachgewiesen, dass das Apfelallergen "Mal d 1" die Symptome deutlich reduziert von Apfelallergie und ist daher eine effektive und sichere Behandlungsoption. "Sie könnten nach der Therapie beschwerdefrei täglich zwei Äpfel essen".

Von den 60 Probanden mit Birkenpollen-assoziierter Apfelallergie wurden 20 mit Placebo, 20 mit einem Birkenpollenallergen und mit dem rekombinanten Apfelallergen Mal d 1 behandelt, also gentechnisch hergestellt, reproduzierbar, sehr stabil und daher gut lagerfähig.

Herzhaft in einen süßsaueren Apfel beißen - das ist für viele Birkenpollenallergiker undenkbar. Österreichische Forscher haben nun in einer Studie festgestellt, dass ein Apfel-Allergen die Symptome einer Apfelallergie deutlich vermindert. Ihr Mund- und Rachenraum, sowie die Ohren schwellen an, werden rot oder fangen an zu jucken, bei manchen bilden sich sogar Bläschen. Einmal täglich wurde Mal d 1 in Form von Tropfen unter der Zunge verabreicht. "Bei 6 von 20 Probanden schlugen die Allergie beziehungsweise die Symptome gar nicht an. Bei allen anderen waren die Symptome signifikant reduziert, so dass auch sie nicht mehr auf gesunde, heimische Äpfel verzichten mussten", sagt Ermittler Bohle. Sobald diese Studie erfolgreich abgewickelt und ein pharmazeutischer Unternehmenspartner gefunden ist, könnte diese Immuntherapie der Apfel-Allergie in wenigen Jahren verfügbar sein.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Apfel-Allergen gegen die Kreuzallergie helfen könnte. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlicht. So vertragen etwa Patienten mit einer Birkenpollenallergie häufig keine Äpfel. Die genannten Allergien treten eher dann auf, wenn auch weitere Pollenallergien (auf Beifuss) vorliegen. Die Studien-Ergebnisse lassen darauf hoffen, dass mit Mal d 1 die Symptome der Kreuzallergien mit Apfel abgeschwächt werden können und auch bei anderen Obst-Allergien wirksam sein könnten. Dazu zählen Pfeffergewächse wie grüner und schwarzer Pfeffer und Nachtschattengewächse wie Chili, Tomate und Paprika. Gleichzeitig sind meistens auch andere Gemüse und Gewürze aus der Familie der Doldenblütler wie Karotte, Fenchel, Anis, Koriander, Liebstöckel, Kümmel, Petersilie und Dill sowie frische Kräuter aus der Familie der Lippenblütler (Basilikum, Mayoran, Oregano, Thymian) betroffen.

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