Deutsche fühlen sich gesund und betreiben weniger Vorsorge

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"Zunehmend bessere Behandlungsmöglichkeiten bei schweren Krankheiten wie Krebs, Schlaganfällen oder Herzinfarkten tragen aus unserer Sicht dazu bei, dass sich die Menschen in Bayern weniger vor ihnen fürchten", sagte die Leiterin der DAK-Landesvertretung, Sophie Schwab.

65 Prozent gaben in der Erhebung des Forsa-Instituts an, sie fürchteten sich vor einem bösartigen Tumor. 2010 hatten 73 Prozent diese Befürchtung geäußert, im vergangenen Jahr noch 69 Prozent. 2010 und 2016 hatten jeweils 50 Prozent der Befragten diese Sorge geäußert, jetzt waren es nur noch 39 Prozent. Auch vor anderen Erkrankungen wie beispielsweise Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes geht die Angst zurück - und damit auch das Engagement für die eigene Gesundheit.

Im DAK-Gesundheitsreport 2017 stellte sich heraus, dass der Gesamtkrankenstand gesunken ist; wenn auch nur leicht. Weniger Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen oder halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Auffällig war im Vorjahr die Steigerung von psychischen Erkrankungen. Im Jahr 2010 waren es noch 44 Prozent. Tatsächlich erkranken jedoch ältere Erwachsene deutlich häufiger. Angst vor einer Geschlechtskrankheit wie Aids äußerten nur noch 9 Prozent (2010: 14 Prozent).

Die Tür einer Hausarztpraxis mit dem Schriftzug Sprechzimmer 1
1 Die Tür einer Hausarztpraxis mit dem Schriftzug"Sprechzimmer 1

Vor psychischen Erkrankungen haben besonders junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren Angst. Die über 60-Jährigen haben jedoch vergleichsweise selten Angst vor einem Seelenleiden (15 Prozent). Eine ähnliche Tendenz zeigte sich bei der Frage nach der Furcht vor einer psychischen Erkrankung, einem schweren Lungenleiden oder Diabetes. Über alle Altersgruppen hinweg fürchten sich 17 Prozent vor der sogenannten Zuckerkrankheit.

Gleichzeitig engagieren sich deutlich weniger Menschen für ihre Gesundheit. Nur rund jeder Dritte nutzt laut Angaben der Krankenkasse den Gesundheitscheck gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (37 Prozent). Auch regelmäßige sportliche Aktivitäten und gesunde Ernährung sind zurückgegangen (2017: 76 und 71 Prozent gegenüber 80 und 77 Prozent 2010). Nur jeder Zweite (49 Prozent) nimmt die Krebsvorsorge in Anspruch. In diesem Zeitraum lag der Krankenstand der Versicherten bei 3,9 Prozent, im Jahr davor bei 4,1 Prozent. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) betonte auf NRZ-Anfrage: "Die Bekämpfung von Krebs ist und bleibt eine gesundheitspolitische Herausforderung". "Gerade Männer kümmern sich lieber um den Zustand ihres Autos als um die eigene Gesundheit".

Insgesamt schätzen 88 Prozent der Deutschen ihren aktuellen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein.

Die meisten bewerten ihre Gesundheit als gut und tun etwas dafür.

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