Zuschauer seien "ein bisschen fett und ein bisschen arm"

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Thomas Ebeling, 51, äusserte sich nämlich in einer Konferenz mit Analysten abfällig über das Publikum seiner Sender.

Für die ProSiebenSat.1 Media SE läuft es derzeit alles andere als rund.

Dem Medienmagazin dwdl.de liegt das Transkript der Telefonkonferenz vor, in dem es auch heißt, dass die TV-Zuschauer in Amerika für "beschissene Inhalte" zahlen müssten, während man in Deutschland guten Inhalt kostenlos anbiete.

Demnach antwortete Ebeling auf die Frage eines französischen Analysten, inwiefern Streaming-Dienste wie Netflix eine Konkurrenz seien: "All die Hollywood-Blockbuster gibt es auf unseren Sendern und nicht jeder Netflix-Film ist ein Homerun".

Fettleibig und arm? Klingt nicht gerade nach einer Zielgruppe, nach der sich Werbekunden die Finger lecken. "Das ist eine Kernzielgruppe, die sich nicht ändert", übersetzt DWDL die englische Äußerung des ProSiebenSat.1-Chefs ins Deutsche.

Ein Sprecher der Mediengruppe sagte auf diese Aussage angesprochen, es handle sich um ein Zitat, das aus dem Kontext gerissen wurde. Ebeling habe lediglich die gerne von Analysten verwendeten Stereotypen eines TV-Zuschauers auf Englisch reflektieren wollen. "Die reine Textaussage spiegelt weder die Historie noch die Tonalität wider".

Ebelings Aussage fällt in eine ohnehin schwierige Zeit für ProSiebenSat.1. "Bei ProSieben geht jetzt die Angst um, dass die Aktien aus dem Dax fliegen könnten", sagte ein Händler der Nachrichtenagentur Reuters. Mit den jüngsten Einlassungen dürfte sich Ebeling nicht gerade mehr Freunde gemacht haben.

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