Amnesty: Microsoft, Apple, Samsung und Autohersteller nicht entschlossen gegen Kinderarbeit im Kongo

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Konzerne wie VW, Daimler und Samsung müssen nach Auffassung von Amnesty International entschieden gegen Kinderarbeit in der Lieferkette der Akku-Produktion vorgehen. Die Herkunft und Bedingungen der Kobaltminen im Kongo würden nicht offen gelegt, heißt es. Andere größere Elektronikkonzerne hinken laut Amnesty indes gewaltig hinterher. Von den 29 untersuchten Unternehmen sei keines seinen Pflichten zur Offenlegung und Unterbindung von Menschenrechtsverletzungen hinreichend nachgekommen. Der Verbraucher werde im Dunkeln gelassen. Dabei geht es um die Gewinnung und Verarbeitung des Metalles Kobalt, das für Batterien von Elektroautos oder Handyakkus benötigt wird und nach dem die Nachfrage steigt.

Für den Bericht "Time to recharge" hat Amnesty Unternehmen wie Microsoft, Apple, Samsung, VW, Daimler und BMW geprüft. Auch wegen dieser Verwicklung deutscher Unternehmen fordert Amnesty von einer neuen Bundesregierung, "endlich verbindlich die Einhaltung von Sorgfaltspflichten vorzuschreiben". Die Autobauer zeigten besondere Defizite, hob Amnesty hervor. Unter den deutschen Autokonzernen habe sich BMW "in einigen Aspekten verbessert" und schneide unter den Autoherstellern als bester ab, zeige jedoch weiterhin "deutliche Mängel". Volkswagen und Daimler wiesen erhebliche Mängel auf. BMW, Volkswagen und Daimler haben angekündigt, die Probleme der Kinderarbeit in Kobaltwerken härter anzugehen. Den Lieferanten sei dies sehr deutlich gemacht worden. Zudem beziehe der Konzern Kobalt nicht aus Kleinminen, in denen häufig Kinder eingesetzt würden. Allerdings könne es zu einer Vermischung kommen. "Aber eins ist gewiss: wir wollen keine arbeitenden Kinder und keine moderne Sklaverei mehr haben", sagte der ILO-Chef.

Alle Kobalt verarbeitenden Zulieferer müssten im Einklang mit den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den Leitsätzen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für Minerale ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht erfüllen, fordert die Organisation. Dort findet bis Donnerstag die Weltkonferenz zur nachhaltigen Beseitigung der Kinderarbeit statt, an der Vertreter von Regierungen, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Hilfsorganisationen aus 193 Ländern teilnehmen. Damals wurde die Zahl arbeitender Kinder in den Minen im Kongo auf bis zu 40.000 geschätzt. Einige Unternehmen hätten die Kontrollen der Kobalt-Lieferketten zwar verbessert, seien aber noch weit davon entfernt, lückenlos zu prüfen, so der Amnesty-Experte Mathias John. Die Unternehmen kündigten Prüfungen an und betonten, es werde von allen Zulieferern erwartet, Menschenrechtsverletzungen auszuschließen.

Es bestehe die Gefahr, dass Käufer eines Smartphones, Laptops oder E-Autos unwissentlich Kinderarbeit fördern.

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