Neue Vorwürfe gegen Republikaner Roy Moore

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Eine weitere Frau hat dem früheren US-Präsidenten George H.W. Bush vorgeworfen, sie unsittlich berührt zu haben. Als das Bild aufgenommen worden sei, sei die Hand von Bush zu ihrem Po gewandert und habe zugedrückt.

Ein Sprecher des 41. Präsidenten sagte in einer Erklärung, dass Bush jede anstößige Aktion bedauere. Corrigan ist die fünfte Frau, die Bush - dem Vater von Ex-Präsident George W. Bush - vorwirft, sie begrapscht zu haben. In einer Mitteilung seines Büros entschuldigte sich der 93-Jährige. Er habe gelegentlich Frauen in einer von ihm als gutmütig beabsichtigten Weise auf die Hinterseite geklopft.

Die Missbrauchs-Vorwürfe gegen den republikanischen Kandidaten für den US-Senat, Roy Moore, werden zur Belastung für die Partei. Die 55-jährige Beverly Young N. erklärte am Montag, Moore habe sie in den siebziger Jahren belästigt. Sie sei damals 16 Jahre alt gewesen und habe in einem Restaurant in Alabama gearbeitet, das Moore in seiner Zeit als Bezirksstaatsanwalt regelmäßig besucht habe. Die heute 55-jährige Beverly Young Nelson berichtet von einem Abend, an dem er ihr angeboten hatte, sie nach Hause zu fahren. Als sie in seinem Auto saß, habe er sie angegriffen, sagte Nelson. Er habe sie unsittlich betatscht, ihr an den Hals gepackt, sie in Richtung seines Unterleibs gezogen und versucht, ihr das Shirt auszuziehen. "Ich dachte, er will mich vergewaltigen". Irgendwann habe er von ihr abgelassen.

Moore, der ein angespanntes Verhältnis zur republikanischen Partei hat, weist die Vorwürfe zurück. "Seit Jahrzehnten ist Roy Moore ein unumstößlicher Fels im Krieg der Kulturen, ein kühner Vertreter des 'kleines Mannes'".

Nelson ist die fünfte Frau, die Vorwürfe gegen den 70-Jährigen erhebt. Roslyn Corrigan war eigenen Angaben nach 16 Jahre alt und "noch ein Kind", als sie die Chance bekam, Bush persönlich zu treffen - ein Wunsch, den sie lange gehegt habe, weil sie sich sehr für Politik interessiere, sagte sie dem "Time"-Magazin". Drei weitere Frauen erhoben ähnliche Anschuldigungen. Moore kandidiert für den Sitz, der durch den Wechsel von Jeff Sessions an die Spitze des Justizministeriums vakant geworden ist. Er kündigte eine Klage gegen die "Washington Post" an. "Ich denke, er sollte seinen Platz freimachen", sagte der Fraktionschef am Montag auf die Frage eines Reporters. Er erklärte zudem, dass er den Frauen glaube. In der Partei gibt es deswegen Überlegungen, eine "Write-In"-Kandidatur zu unterstützen - also den Namen eines anderen Bewerbers auf den Stimmzettel zu schreiben".

Der Wirbel um den 70-Jährigen stürzt viele Republikaner in einen tiefen Konflikt. Da die Republikaner im Senat nur einen Zwei-Stimmen-Vorsprung vor den Demokraten haben, wäre eine Niederlage bei der Wahl ein herber Rückschlag. Andererseits missfällt Moore dem republikanischen Establishment, das seine extremen Positionen nicht teilt.

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