Minister aus Emiraten hält deutsche Moschee-Kontrolle für zu lasch

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Um ähnlichen Taten vorzubeugen, müssten Islamistentreffpunkte von deutschen und europäischen Behörden besser kontrolliert werden, fordert der Minister Scheich Nahjan Mubarak Al Nahjan aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. "Es muss eine Lizenz dafür geben", sagte er.

"Man kann nicht einfach eine Moschee öffnen und jedem erlauben, dorthin zu gehen und zu predigen".

Situation in Österreich Während sich in Deutschland der Staat beispielsweise überhaupt nicht in die Errichtung von Moscheen und Bestellung von Predigern einmischt, gibt es in Österreich eine teilweise Kontrollinstanz: Die offizielle Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) beteiligt sich an Visumverfahren für ausländische Imame und gibt ihre Zustimmung zu Bewerbern. Die VAE haben dem Minister zufolge immer Hilfe bei der entsprechenden Ausbildung angeboten, bis heute jedoch sei sein Land nicht um Hilfe aus Europa gebeten worden.

Strenge Kontrollen In den autoritär regierten Emiraten werden Moscheen streng kontrolliert, Geheimdienste und Sicherheitskräfte haben umfassende Befugnisse, um radikale Tendenzen im Keim zu ersticken. Schließlich könne in Europa auch niemand einfach in eine Kirche gehen und dort eine Predigt halten.

Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin: Attentäter Anis Amri verkehrte regelmäßig in einer Berliner Moschee.

In Deutschland spielt der Staat bei der Auswahl der Prediger in Moscheen keine Rolle. Nach dem Terroranschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 hatten die Behörden aber die Berliner Fussilet-Moschee geschlossen. Der aus dem Irak stammende Islamist steht im Verdacht, junge Muslime für den IS angeworben zu haben. Der Verfassungsschutz beobachtet Dutzende Moscheen in der Bundesrepublik.

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