Menschen in Deutschland ohne Wohnung

Einstellen Kommentar Drucken

In Deutschland sind im vergangenen Jahr rund 420.000 Menschen ohne Wohnung gewesen.

Auch die Zahl der auf der Straße lebenden Menschen ist der neuen Schätzung zufolge seit 2014 um ein Drittel auf etwa 52.000 gestiegen. Seit 2014 sei dies ein Anstieg um rund 150 Prozent, sagte Geschäftsführer Thomas Specht. Dazu kamen 2016 nach Angaben des Verbands rund 436.000 anerkannte Flüchtlinge, die ohne eigene Bleibe in Gemeinschaftsunterkünften lebten. Auszugehen sei von einem Zuwachs um 350.000 oder 40 Prozent im Vergleich zu 2016.

Etwa die Hälfte der Wohnungslosen sind Flüchtlinge. Als wohnungslos gilt, wer keine dauerhafte Wohnung hat und stattdessen in Unterkünften lebt, in denen der Aufenthalt zeitlich begrenzt ist. Das sei rund ein Drittel mehr als 2014. Sie leben vor allem in den Großstädten. Fast jeder zehnte Wohnungsloser ist ein Kind, drei von vier Betroffenen sind erwachsene Männer. Bei diesen Zahlen sind wohnungslose Flüchtlinge nicht berücksichtigt.

Etwa zwölf Prozent oder 50.000 der Wohnungslosen sind EU-Bürger.

Die Politik habe den sozialen Wohnungsbau in den vergangenen Jahren stark vernachlässigt, sagte Specht. "Damit haben sie Reserven bezahlbaren Wohnraums aus der Hand gegeben".

Darüber hinaus fehlten mindestens elf Millionen Kleinwohnungen. Der Wohnungsmangel bei den Ein- bis Zweizimmerwohnungen habe zu einem extremen Anziehen der Mietpreise vor allem in den Ballungsgebieten geführt. In ganz Deutschland gebe es fast 17 Millionen Einpersonenhaushalte. Dem habe zuletzt nur ein Angebot von 5,2 Millionen Ein- bis Zweizimmerwohnungen gegenübergestanden.

Die Arbeitsgemeinschaft fordert von der künftigen Bundesregierung eine Kraftanstrengung, um die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen. "Zusätzlich haben Kommunen, Bundesländer und der Bund eigene Wohnungsbestände an private Investoren verkauft". Um die Förderung von Sozialwohnungen wieder zu einer Gemeinschaftsaufgabe zu machen, wäre eine Änderung des Grundgesetzes notwendig. Hier seien auch die Kommunen in der Pflicht. Dem Verein schweben unter anderem Quoten für die Vermietung von geförderten Wohnungen vor sowie die gezielte Akquirierung von Beständen bei privaten Vermietern und Wohnungsgesellschaften, um Menschen in Notfallsituationen mit Wohnraum zu versorgen.

Comments