Fahrenschon vor dem Abschied als Sparkassenchef

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Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) verwies gestern auf die "aktuelle Beschlusslage in den DSGV-Gremien", die am 8. November veröffentlicht wurde. "Der Druck ist enorm". Eine Entscheidung vom Verbandspräsidenten wird demnach bis Dienstag erwartet.

Unmut bei Mitarbeitern der Sparkassen erzeugt derzeit auch eine E-Mail der für die Öffentlichkeitsarbeit des DSGV zuständigen PR-Strategen: Nach Angaben der "Bild am Sonntag" verschickten sie bundesweit eine E-Mail mit dem Betreff "Argumentationsvorschlag". Eingeladen habe Fahrenschons Stellvertreter Thomas Mang, der auch Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen ist. Bei dem Krisentreffen könnte bereits das Ende von Fahrenschon als Verbandspräsident besiegelt werden, hieß es.

Fahrenschon hatte eingeräumt, seine Steuererklärungen für 2012 bis 2014 erst im vergangenen Jahr beim Finanzamt eingereicht zu haben.

Am Tag vor Fahrenschons geplanter Wiederwahl war bekannt geworden, dass der frühere bayerische Finanzminister (CSU) Steuererklärungen zu spät eingereicht und deshalb den Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung erhalten hatte. Fahrenschon bestreitet eine vorsätzliche Straftat und hat Widerspruch eingelegt. "Dieser Vertrauensbruch ist genauso schlimm wie die Steuerhinterziehung", zitierte die Zeitung ein nicht namentlich genanntes Präsidiumsmitglied. Mittlerweile hat er seine Steuern gezahlt. Fahrenschon soll den gegen ihn verhängten Strafbefehl des Amtsgerichts München monatelang verheimlicht haben. Doch der DSGV sagte die eigentlich für vergangenen Mittwoch geplante Abstimmung ab, auf Vorschlag Fahrenschons, wie es hieß. Ursprünglich hatte sich Fahrenschon ungeachtet des Steuerverfahrens wiederwählen lassen wollen. Der Verband wolle zunächst den Ausgang des Strafprozesses abwarten, der auf Fahrenschon nun zukommt, hieß es. Das sei möglich, da sein Vertrag ohnehin eine Laufzeit bis Mai 2018 habe. Der 49-Jährige äußerte sich am Dienstag nicht.

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