Airbus und Emirates verhandeln weiter über A380

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Weil weitere Neubestellungen lange ausblieben, hat Airbus schon beschlossen, die Fertigung von zwischenzeitlich 30 Jets auf nur noch 8 pro Jahr zurückzufahren.

Bis an den Sitz des europäischen Flugzeugbauers im südfranzösischen Toulouse herrschte Aufatmen: Seit über einem Jahr hat er von seinem Prestigeflieger kein einziges Exemplar mehr abgesetzt.

Sonntagmittag versammelten sich erst PR-Leute und Manager von Airbus im Pressezentrum der Dubai Airshow - und ließen die versammelten Medienvertreter dann etwas ratlos zurück.

Derzeit setzen Airlines bei ihren Langstreckenflotten auf zweistrahlige Großraumjets wie den Airbus A-350 oder eben die Boeing B-787, die sich auf einer Vielzahl von Routen rentabel einsetzen lassen.

Emirates will beim US-Flugzeug-Hersteller Boeing 40 Dreamliner im Wert von mehr als 15 Mrd. Der Rückschlag ist hart. Der A 380 hätte einen neuen Auftrag dringend benötigt. Die Werke laufen seit bald einem Jahr mit dem minimalen Produktionsrhythmus. Andere Airlines als Emirates verlieren zunehmend das Interesse an Großraumflugzeugen mit 500 Sitzen. Das Passagiervolumen nimmt zwar weltweit zu. Doch das internationale Flugverkehrs-Managment ist in den letzten Jahren perfektioniert worden; die Airlines meistern ihr zunehmendes Passagiervolumen deshalb auch mit mittelgroßen Flugzeugen.

Doch jetzt wird deutlich, wie abhängig Airbus bei diesem Modell inzwischen von Emirates ist, weil sonst keine Großaufträge winken. Noch sind 100 A380-Aufträge hängig, was die Produktion auf mehrere Jahre sichert. Mögliche Abbestellungen sind dabei aber ausgerechnet. Und vor allem zögert Airbus selber, wie von den Airlines verlangt, neue Mittel in die Weiterentwicklung des A380 zu stecken - sei das mit komplett neuen Motoren oder bloß mit aerodynamischen Winglets an den Flügelspitzen. Am Wochenende beeilte sich die ganze Chefriege nach Dubai, um die Frohbotschaft verkünden zu können; die Medien spekulierten nur noch, ob Emirates wohl 36 oder 38 Maschinen des 430 Millionen Euro teuren A380 kaufen würden. Doch haben die Europäer überhaupt die Wahl? Beugt sich Airbus-Chef Tom Enders dem Wunsch der Golf-Airline nicht, droht der A380, sein wichtigstes Unternehmen, schneller auszulaufen als geplant.

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