Paris: Frankreich gedenkt der Anschläge von 2015

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Damals waren auch 350 Menschen verletzt worden. Vor dem Eingang des Stadions hatte sich während eines Fußball-Spiels zwischen Frankreich und Deutschland ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Er war das erste Opfer der Anschlagsserie, zu der sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte. Am Morgen begannen die Gedenkzeremonien in Paris mit einer Kranzniederlegung und einer Schweigeminute.

Im Anschluss nahmen Macron und Hollande an weiteren Gedenkzeremonien vor Restaurants und Cafés im Zentrum der französischen Hauptstadt teil. Dessen Chef Laurent Nuñez sagte der Zeitung "Le Figaro", im Vergleich zu 2015 hätten sich die Methoden der Islamisten aber "professionalisiert". Dazu kämen rund 500 Kinder, sagte Nuñez.

Zwei Jahre nach den Pariser Terroranschlägen hat Frankreich mit schlichten Zeremonien an die Opfer erinnert. Nach den Angriffen galt fast zwei Jahre lang der Notstand im Land. Er wurde wenige Tage nach den Attentaten bei einer Razzia der Pariser Polizei getötet.

Der einzige Überlebende der Pariser Terrorkommandos, Salah Abdeslam, sitzt im Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses bei Paris ein.

Der zweite Jahrestag der Anschläge war von Emotionen und Zeichen des Gedenkens geprägt. Das Verfahren zu den Pariser Anschlägen ist noch in Vorbereitung. Eine Gruppe von französischen Imamen und anderen muslimischen Gläubigen versammelte sich unterdessen vor dem Eiffelturm und demonstrierte gegen islamistische Gewalt. Der Sohn des ersten Anschlagstoten, Michaël Dias, kritisierte im Sender BFMTV die Abschaffung des von Hollande eingesetzten Generalsekretariats für Opferhilfe durch die Regierung. Macron hatte nach seinem Wahlsieg den eigens geschaffenen Posten einer Staatssekretärin für Opferschutz abgeschafft. "Man hat uns völlig vergessen". Durch den staatlichen Entschädigungsfonds FGTI erhielten bisher mehr als 2500 Überlebende und Angehörige Unterstützung.

Die mögliche Rückkehr kampferprobter IS-Anhänger nach den militärischen Rückschlägen für die Terrormiliz bereitet nicht nur Frankreich Sorgen. Zudem wurde die Notstandsgesetze verhängt, deren Gültigkeit erst Anfang dieses Monats auslief. Er wurde vor zwei Wochen durch ein strengeres Anti-Terror-Gesetz ersetzt, das der Polizei größere Befugnisse im Umgang mit Terrorverdächtigen gibt.

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