Kommt bald eine Steuer für ungesunde Lebensmittel?

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Damit könnte der Anteil der stark Übergewichtigen um 10 Prozent gesenkt werden.

Eine unterschiedlich hohe Besteuerung von gesunden und ungesunden Lebensmitteln könnte dazu beitragen, die Zunahme von starkem Übergewicht in Deutschland zu stoppen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Hamburg, die unter anderem von der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Auftrag gegeben wurde.

Am wirkungsvollsten sei eine Staffelung der Mehrwertsteuer, die sich an der sogenannten Lebensmittelampel orientiert. Die bisherige Strategie, die hauptsächlich an die Verantwortung jedes Einzelnen appelliere und Kurse über gesunde Ernährung finanziere, sei gescheitert, kritisierte der Münchner Ernährungsmediziner Hans Hauner am Montag bei der Vorstellung einer Studie in Berlin.

Einige Länder haben die Steuern für ungesunde Produkte bereits erhöht: Frankreich erhebt seit 2012 eine Steuer auf gesüßte Getränke.

Die Experten bringen darüber hinaus eine Anhebung des Steuersatzes für die besonders gesundheitsschädlichen Softdrinks von heute 19 auf 29 Prozent ins Spiel. Zudem änderten Hersteller von Fertigprodukten nach Steueranpassungen häufig ihre Rezepturen und reduzierten Fett und Zucker.

Fast 20 Prozent der Deutschen sind nicht nur zu dick, sondern stark übergewichtig, die Zahl steigt. Starkes Übergewicht geht mit einem erhöhten Risiko für viele Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und Krebs einher.

Die Idee einer stärkeren Regulierung der Lebensmittelpreise ist in Deutschland nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch eine Zucker-Abgabe für Getränkehersteller gefordert. Die Idee stieß auf ein geteiltes Echo: Während die Branche und das Bundesernährungsministerium ablehnend reagierten, begrüßten Gesundheitspolitiker aus den Reihen der Regierungskoalition den Vorschlag.

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