40 eigene Abgeordnete wollen May offenbar das Misstrauen aussprechen

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London. Die britische Premierministerin Theresa May verliert in ihrer Partei immer mehr an Rückhalt.

Allfällige Übergangsregelungen dürften keinesfalls unbegrenzt sein. Johnson und Gove nannten sogar ein Datum, an dem der vollständige Bruch mit der EU erreicht sein muss: den 30. Juni 2021. Die Premierministerin müsse dazu "ihre Entschlossenheit unterstreichen".

Das Land müsse auch auf ein No-Deal-Szenario vorbereitet sein, in dem Großbritannien die EU ohne eine Einigung mit Brüssel verlassen würde, argumentieren Gove und Johnson. "Wir sind zutiefst besorgt, dass die derzeitigen Vorbereitungen in einigen Teilen der Regierung nicht mit annähernd genug Energie voranschreiten", so die Minister.

Gemeint ist damit Finanzminister Philip Hammond, Anführer jener Kabinettsfraktion, die einen möglichst wirtschaftsfreundlichen Brexit anstrebt. 40 Abgeordnete der regierenden Tories fordern ihren Rücktritt: Sie wollen laut einem Bericht der Sunday Times ihr Misstrauen gegen May in einem Brief ("letter of no confidence") zum Ausdruck bringen.

Außenminister Johnson ist seinerseits mit Rücktrittsforderungen der Opposition konfrontiert.

Am Dienstag, wenn das Brexit-Gesetz erneut im Parlament besprochen wird, droht May eine Niederlage.

Unternehmen, Wirtschaftsverbände, Banken und Gewerkschaften warnen seit Monaten vor den negativen Folgen eines solchen Klippen-Brexits und drängen die Regierung, in die zweite Phase der Verhandlungen einzusteigen, in der über eine zukünftige Handelsbeziehung geredet wird.

Nach einer weiteren Brexit-Verhandlungsrunde ohne Durchbruch hatte der EU-Unterhändler Michel Barnier der britischen Regierung am Freitag eine Frist von zwei Wochen für Zugeständnisse gesetzt. Großbritannien soll die EU im März 2019 verlassen. Das Vereinigte Königreich müsse in den nächsten zwei Wochen Klarheit in wichtigen Punkten schaffen. May hat bisher rund 20 Milliarden Euro für die Begleichung der Scheidungsrechnung angeboten - die EU dagegen hält 60 Milliarden Euro für angemessen.

Besonders Außenminister Johnson wendet sich gegen diese Forderungen, die er als "halsabschneiderisch" bezeichnet, und bedeutete der EU, sie könne "pfeifen gehen".

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