Vorräte für Jemen reichen nur noch für wenige Wochen — UN

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Die Vereinten Nationen warnen, dass es im Jemen zur schlimmsten Hungersnot kommen könnte, die die Welt seit Jahrzehnten gesehen hat. Die Schließung aller Land-, See- und Luftwege durch Saudi-Arabien und seine Verbündeten schneide die notleidenden Menschen von neuen Hilfslieferungen ab, erklärten die UN und humanitäre Organisationen in Genf. Sieben Millionen Menschen stehen demnach kurz vor einer Hungersnot, insgesamt leiden 17 Millionen Menschen unter einer unsicheren Ernährungslage. Mehr als 900.000 Menschen hätten sich infiziert, knapp 2200 von ihnen seien gestorben.

In Jemen gebe es den größten Cholera-Ausbruch weltweit.

Die Militärkoalition hatte die Blockade am Montag verschärft, indem sie die jemenitischen Häfen und Flughäfen sowie die Zufahrtsstraßen in das Land für Hilfsorganisationen dicht machte. "Wir wollen Leben retten", sagte Chaib. Ocha-Sprecher Geekie erklärte jedoch, bisher seien keine Hilfslieferungen in Aden angekommen. In den Wochen vor Einführung der Blockade am Sonntag habe sich die Ausbreitung der Cholera in Jemen verlangsamt. Der Sicherheitsrat forderte das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis auf, alle Flug- und Seehäfen für Hilfslieferungen offen zu halten.

"Die Treibstoffpreise sind in den Ballungszentren sprunghaft angestiegen, Diesel und Gas zum Kochen werden knapper und Lieferungen lebenswichtiger Medikamente bleiben an den Grenzübergängen hängen", sagte der zuständige Koordinator Justin Armstrong. Dies bringe die besonders auf Hilfe angewiesenen Menschen noch weiter in Bedrängnis. Es sei nicht hilfreich, die Grenzen und sämtliche Zugänge zum Jemen zu schließen.

Das Militärbündnis unter Führung Saudi-Arabiens hatte die Häfen und Flughäfen im Jemen sowie die Zufahrtstraßen in das Land dicht gemacht, nachdem am Wochenende eine Rakete der pro-iranischen Huthi-Rebellen in der Nähe der saudi-arabischen Hauptstadt Riad abgefangen worden war. Auch Relief International, Save The Children und Islamic Relief riefen zur Öffnung der Grenzen auf.

In Jemen bekämpfen sich seit 2015 die Huthi-Rebellen und die sunnitisch geprägte Regierung, die von einer Koalition unter Saudi-Arabiens Führung unterstützt wird.

Sollten die von Unicef eingerichteten Anlagen zur Wasseraufbereitung nicht mehr funktionieren, wären davon allein in den Gebieten mit hohem Cholera-Risiko sechs Millionen Menschen betroffen.

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