Saudi-Arabien warnt vor Reisen nach Libanon

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Im Streit zwischen Saudiarabien und dem Libanon wird der Ton immer rauer. Saudi-Arabien hatte seine Bürger nach dem in Riad verkündeten Rücktritt des libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri aufgerufen, das Mittelmeer-Land zu verlassen.

Riad. Nach den Angaben der staatlichen saudischen Nachrichtenagentur vom Freitag verurteilte Macron den Raketenschuss auf Riad am Wochenende.

Die Hisbollah verbreitete ihrerseits die Vermutung, Hariri werde in Saudi-Arabien unter Hausarrest festgehalten.

Der Kronprinz soll den vorgeblichen Anti-Korruptionskampf genutzt haben, um potenzielle Rivalen aus der Königsfamilie aus dem Spiel zu nehmen, sagt die Golf-Expertin Jane Kinninmont von der Londoner Denkfabrik Chatham House. Mindestens 100 Milliarden US-Dollar seien über Jahrzehnte durch systematische Korruption und Unterschlagung veruntreut worden. Es gebe sehr starke Beweise für das Fehlverhalten der Betroffenen. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition drohte, sie behalte sich das "Recht" vor, auf diesen "kriegerischen Akt" zu antworten. Nach Angaben des Generalsstaatsanwalts wurden von insgesamt 208 betroffenen Personen mittlerweile sieben wieder auf freien Fuss gesetzt. Namen nannte er nicht. Beobachter sehen dahinter unter anderem einen Versuch des einflussreichen Kronprinzen Mohammed bin Salman, seine Macht zu festigen.

Saudi-Arabien zündelt im multikonfessionellen Libanon.

Er fürchte um sein Leben, begründete Hariri seinen Schritt.

Die Regierungskrise im Libanon rückte das Land auch in den Fokus der Spannungen zwischen Saudi-Arabien und seinem Erzfeind Iran.

Hört man genau auf den Wortlaut des CNN-Gesprächs, so fällt auf, dass al-Jubeir auf genaue Nachfragen, die ihn festlegen wollen, dass der Raketen-Angriff von ihm offiziell als "Kriegsakt" erklärt wird, auf andere Formulierungen ausweicht.

Im Jemen im Süden der Arabischen Halbinsel hat der Bürgerkrieg Züge eines Stellvertreterkriegs zwischen den beiden Regionalmächten angenommen. Die schiitische Regionalmacht und das wahhabitische Königreich stehen nicht nur im Jemen, sondern auch im Irak, in Syrien und dem Libanon auf entgegengesetzten Seiten. Teil der aktuellen Koalitionsregierung ist auch die Hizbollah, deren politische Partei seit 1992 im Parlament in Beirut vertreten ist.

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