Wegen Psychotricks: Früherer Facebook-Präsident warnt vor Facebook

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Soziale Medien seien darauf ausgelegt, Schwächen der menschlichen Psyche auszunutzen, sagt der Ex-Facebook-Präsident, der mit dem Unternehmen reich geworden war. "Es ändert buchstäblich euren Umgang mit der Gesellschaft und untereinander", sagte Parker am Mittwoch (Ortszeit) auf einer Veranstaltung der US-Nachrichtenwebsite "Axios "in Philadelphia".

Parker beschrieb die Motivation der Facebook-Gründer so: Am Anfang aller sozialen Netzwerke habe die Frage gestanden, wie man möglichst viel Zeit der Nutzer beanspruchen könne und dabei ihre höchstmögliche Aufmerksamkeit bekomme.

Parker warnt vor allem vor negativen Folgen für Kinder: "Es stört wahrscheinlich auf komische Weise eure Produktivität".

Um dieses Ziel zu erreichen, verpasse Facebook seinen Mitgliedern ab und an einen Dopamin-Kick, nämlich wenn ein anderer Nutzer auf die Posts reagiert. Dieser Mechanismus sei ein Kreislauf, eine Schleife der sozialen Bestätigung.

Hannover. "Nur Gott weiß, was Facebook mit den Gehirnen unserer Kinder anrichtet". Früher habe er Freunden noch gesagt: "Irgendwann gehst du auch zu Facebook", mittlerweile nutze er selbst keine sozialen Medien mehr. Parker selbstkritisch: "Und wir haben es trotzdem getan".

Sean Parker hatte Facebook ab 2004 beraten und 7 Prozent der Anteile am damals noch aufstrebenden Facebook erhalten. Dass Facebook versucht, mit Emotionen seine Nutzer an das Netzwerk zu verbinden, ist kein Geheimnis.

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