Steinmeier: Berlin und Paris für Europa in der Verantwortung

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Nach ihrem Gespräch in Paris machten sich die beiden Politiker auf den Weg ins Elsass im Osten Frankreichs. Frankreich habe auf diesem Gebiet lange ein nationales Gedächtnis gepflegt. Die Erinnerung an die blutige Vergangenheit sei Verpflichtung für eine gemeinsame Zukunft. Wegen der 30.000 Toten dort wurde der Berg auch "Menschenfresser" genannt. "Das massenhafte Sterben an diesem Ort steht für den Irrsinn des Krieges", sagte Steinmeier. Auf Französisch heißt der Berg Vieil Armand oder Hartmannswillerkopf.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist zu einem Besuch in Frankreich eingetroffen.

Mit Blick auf Macrons Reformvorschläge für die EU fügte er hinzu: "Und ich bin mir sicher, dass dieser Schwung, der von der Sorbonne-Rede ausging, auch von einer neuen Bundesregierung aufgenommen werden wird".

Deutschland und Frankreich wüssten um ihre Aufgabe, "dieses Europa in eine hoffnungsvolle, eine bessere Zukunft zu führen", sagte Steinmeier bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Élyséepalast. Das kommende Jahr werde entscheidend sein, um deutsch-französische Initiativen in Angriff zu nehmen.

Unmittelbar nach der Bundestagswahl in Deutschland hatte Macron in einer Grundsatzrede ehrgeizige Pläne zur Weiterentwicklung der EU vorgelegt. Macron betonte, es gehe um eine "gemeinsame Lesart unserer Geschichte". Es gehe um ein "neues europäisches Projekt", bei dem Deutschland und Frankreich die Rolle eines "Motors" zukomme. Sie sei der "Sockel für eine gemeinsame Zukunft". Die Annäherung Deutschlands und Frankreichs nach dem Zweiten Weltkrieg gilt als Grundpfeiler der Europäischen Union.

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