Nach "blauem Häkchen" für Rechtsextremen: Twitter verifiziert vorerst keine Profile mehr

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Außerdem dient das blaue Häkchen laut Twitter eben auch dazu, zu zeigen, dass "ein Account von öffentlichem Interesse authentisch ist".

Ein Sturm der Entrüstung zwang Twitter zu reagieren.

Twitter hat sein Verifizierungsprogramm pausiert und will es nun überarbeiten.

Twitter hatte die Überprüfungsmaßnahme bereits früher beschlossen - nach dem peinlichen Vorfall, als das private Twitter-Konto von US-Präsident Donald Trump versehentlich gelöscht worden war.

Am vergangenen Dienstag hat Twitter auch den Account eines bekannten Rechtsradikalen verifiziert. "Uns ist bewusst, dass wir selbst diese Verwirrung erzeugt haben und sie auflösen müssen", erklärte Twitter am späten Donnerstag. Kessler hatte im Sommer zudem den "Unite the Right's March" in Charlottesville, Virginia organisiert. Das Verfahren zur Verifikation ist ausgesetzt. Andere kritisierten den Algorithmus und nannte ihn fehlerhaft. Der Aktivist Simran Jeet Singh zum Beispiel bezeichnete die Verifizierung von Kessler als einen "politischen Akt".

Michael Ian Black richtete sich direkt an Twitter-CEO Dorsey. Man könne sich nicht neutral verhalten, wenn es um Nazis gehe.

"Das System ist kaputt und muss überdacht werden", schrieb Jack Dorsey noch am gleichen Tag. "Und wir haben versagt, indem wir nichts unternommen haben". Das Symbol sei kein Zeichen für Wichtigkeit oder eine Billigung seitens Twitter. Während der Pause soll an einer Lösung gearbeitet werden. Kesslers Account bleibt weiterhin verfiziert.

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