Kartellwächter erschweren Milliarden-Kauf von Time Warner durch AT&T

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Auf Kartellrecht spezialisierte Anwälte erklärten gegenüber CNBC unterdessen, sie würden keine Grundlage für die Verkaufsforderung des US-Justizminusterium finden. US-Präsident Donald Trump hat den Sender, der häufig kritisch über ihn berichtet, schon lange auf dem Kieker.

Bei der geplanten milliardenschweren Übernahme des Medienkonzerns Time Warner durch den US-Mobilfunker AT&T ist noch kein grünes Licht der Regierung in Sicht. "Wir befinden uns in laufenden Verhandlungen", räumte AT&T-Finanzchef John Stephens am Mittwoch in New York ein. Zum Inhalt der Diskussionen könne er sich nicht äußern, doch der Zeitpunkt für den Abschluss des Deals sei "nun ungewiss", so Stephens weiter.

Das Justizministerium wolle die Übernahme nur unter der Auflage genehmigen, dass Time Warner sich von seinem Nachrichten-Flaggschiff CNN trennt, meldete die "Financial Times" unter Berufung auf drei Insider. "Es dreht sich alles um CNN", zitierte die Zeitung eine ihrer Quellen. Ein Informant im Justizministerium sagte der Nachrichtenagentur Reuters, AT&T habe angeboten, nur den Sender CNN anstatt des gesamten Unternehmens Turner Broadcasting zu verkaufen. Demnach steht auch ein Verkauf des Fernsehsatellitenbetreibers DirecTV im Raum.

Immer wieder titulierte Trump die New York Times oder CNN als "Fake News"-Medien und provozierte auf Twitter fragwürdigen Gifs und Reweets". Möglich ist auch, dass der Staatschef eine zu große Machtfülle für AT&T befürchtet - eine Kritik, die auch manche Verbraucherschützer vorbringen.

AT&T will sich mit der Übernahme im Volumen von 85,4 Milliarden Dollar (73 Milliarden Euro) unabhängiger vom Mobilfunkgeschäft machen, wo kleinere Rivalen wie die Telekom-Tochter T-Mobile US und Sprint Druck ausüben. Bislang habe AT&T sich noch nie zu den Gesprächen mit dem Justizministerium geäußert, doch nun sei es wichtig, in der Sache für Klarheit zu sorgen. Das Justizministerium dringe zudem aus kartellrechtlichen Gründen darauf, dass der Konzern "strukturelle" Änderungen vornehme, etwa durch den Verkauf von Vermögenswerten oder die Vergabe von Lizenzen für geistiges Eigentum.

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