IG Metall für Investitionen statt Stellenabbau bei Siemens

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"Anstatt Geld in den Personalabbau zu stecken, sollte Siemens besser in die guten Fachkräfte und die Standorte investieren", forderte der IG-Metall- Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel, am Donnerstag. Er sprach aber davon, dass Siemens in der Division Power and Gas "die Kapazitäten anpassen" müsse, "auch wenn das schmerzhafte Einschnitte bedeutet". "Wegen Margendruck gut ausgebildete Fachkräfte auf die Straße zu setzen, anstatt in die Zukunft der Standorte in Ostdeutschland zu investieren, ist verantwortungslos", sagte der IG-Metall-Bezirksleiter. Die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa hat bereits den Abbau von 6000 Arbeitsplätzen angekündigt.

Demonstrationen am RandeWährend der Präsentation der Zahlen protestierten Beschäftigte von Siemens gegen den geplanten Stellenabbau in zwei Sparten des Elektrokonzerns. Im Kraftwerksgeschäft leidet Siemens unter einer Nachfrageflaute vor allem bei großen Gasturbinen, die Preisdruck und Überkapazitäten nach sich zieht. Dieser werde aber deutlich kleiner sein und die Nachfrage werde sich Richtung Asien, Lateinamerika und Afrika verschieben.

Die Arbeitnehmervertreter sollen am 16. November über Details informiert werden. "Und deshalb werden wir auch hier tun, was zu tun ist, unsere Kapazitäten sorgfältig und entschlossen anpassen und die Strukturveränderungen auch umsichtig und verantwortungsvoll machen". Auch in der Antriebssparte müssten "strukturelle Anpassungen" konsequent fortgesetzt werden, sagte Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas. Beim Ergebnis je Aktie peilt Siemens wieder eine Spanne 7,20 und 7,70 Euro an. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 6,2 Milliarden Euro, der um elf Prozent höher ausfiel als 2015/16. In der Prognose sind allerdings Aufwendungen, etwa für den anstehenden Personalabbau in der Kraftwerkssparte, nicht enthalten. Der Umsatz legte im abgelaufenen Geschäftsjahr um vier Prozent auf 83 Milliarden Euro zu, Ende September lagen noch Aufträge im Volumen von 126 Milliarden Euro vor.

Die Probleme im Kraftwerksgeschäft bekam Siemens im Schlussquartal wieder deutlich zu spüren. Die Umsätze in der Sparte schrumpften um 20 Prozent, das Ergebnis brach sogar um 40 Prozent ein. Der Gewinn nach Steuern kletterte um 10 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

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