Gesundheitsnotstand für Neu Delhi wegen Smogs ausgerufen

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Zum Schutz der Kinder vor der gefährlich hohen Luftverschmutzung in Neu Delhi sind dort alle Schulen bis zum kommenden Sonntag geschlossen worden. Wie schon am Vortag umhüllte dichter Smog am Mittwoch die indische Hauptstadt und ihre rund 17 Millionen Einwohner.

Die Luftverschmutzung habe "alarmierende" Ausmaße erreicht, sagte Krishan Kumar Aggarwal, Leiter der Indian Medical Association (IMA).

2014 wurde Neu Delhi von der Weltgesundheitsorganisation WHO als die am stärksten verschmutzte Hauptstadt der Welt eingestuft.

"Delhi ist zu einer Gaskammer geworden", twitterte der Regierungschef der Hauptstadt, Arvind Kejriwal. Ohne Atemschutzmaske, so die Experten, lagere sich täglich eine Menge an schädlichen Feinstaub in der Lunge der Stadtbewohner ab, für den Kettenraucher innerhalb von 24 Stunden 50 Zigaretten qualmen müssten. Denn selbst wenn Delhis dicke Luft nicht als schier undurchdringbarer Nebel über den Straßen und zwischen den Häusern hängt, ist die Atemluft verpestet. Fast jeden Winter werden hohe Messwerte verzeichnet, weil kalte Luft den Smog in Bodennähe hält. Hunderttausende von Autos, unzählige Mopeds und Motorräder sowie dreirädrige Moped-Rikschas verpesten die Atemluft ebenso wie Kohlenfeuer.

Millionen Menschen ächzen in Indien und Pakistan unter einer giftigen Dunstglocke. Ein seit Monaten geplanter Halbmarathon wird höchstwahrscheinlich abgesagt. Restaurants und Straßenküchen wurde befohlen, ab sofort weder Holzkohle noch Holz zu verwenden.

Dabei schien Indiens Hauptstadt diesmal ausnahmsweise für die alljährlich auftretende Wetterinversion gewappnet. Der Name des Fests, für Indiens Hindus so bedeutsam wie Weihnachten für Christen, stammt von "Deepa" (Lehmlampen) und "Avali" (lange Reihe). Experten sind überzeugt, dass nur ein systematischer Ansatz Delhi auf lange Sicht wieder in die Stadt mit Sonnenschein und angenehmen Klima verwandeln kann.

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