Adidas wächst langsamer - Gewinn legt aber kräftig zu

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An der Börse konnte Rorsted mit den Zahlen nicht punkten: Die Adidas-Aktie war mit einem Abschlag von mehr als drei Prozent einer der größten Verlierer im Dax. Seitdem hat das Papier rund zehn Prozent verloren. Trotz der jüngsten Verluste stieg der Börsenwert von Adidas in diesem Jahr um rund ein Fünftel - seit Anfang 2015 zog der Kurs um mehr als 200 Prozent an. Die Margenentwicklung sei beeindruckend, die Umsätze seien allerdings schwächer als erwartet ausgefallen. Beim Gewinn machte der Konzern allerdings einen großen Satz nach vorn. Um die eigene Umsatzprognose zu treffen, brauche der Konzern aber nun ein sehr starkes viertes Quartal, merkte Analyst Dan Homan an.

Das Sorgenkind, die Fitness-Marke Reebok, erklärte Vorstandschef Kasper Rorsted am Donnerstag für beinahe genesen. Neue Produkte und die ersten Initiativen rund um die Fußballweltmeisterschaft im kommenden Jahr sieht Rorsted dabei als Treiber.

Zwischen Juli und September steigerte Adidas seinen Umsatz um 8,7 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Dabei machten sich Währungseffekte negativ bemerkbar, ohne die das Plus bei 12 Prozent lag.

Während Artikel zum Thema Laufen und Outdoor sowie die modischen Marken Originals und Neo besonders gut nachgefragt waren, gingen die Umsätze im Fussball und Basketball zurück. Im vergangenen Jahr hatten Adidas und der britische Premier-League-Club FC Chelsea ihre Partnerschaft beendet. Die Bruttomarge verbesserte sich um 2,4 Prozentpunkte auf 50,4 Prozent, hauptsächlich wegen eines besseren Preis-/Produktmixes, der die höheren Beschaffungskosten sowie ungünstige Währungsentwicklungen mehr als kompensierte. Beide Ex-Partner werden nun von Nike ausgerüstet. Nachgelassen hat unter anderem die Dynamik der Tochter Reebok, die derzeit umgebaut wird. Während der US-Branchenprimus beim Umsatz auf dem Heimatmarkt zuletzt auf der Stelle trat und Under Armour sogar Einbußen hinnehmen musste, legte Adidas in Nordamerika im dritten Quartal zweistellig zu. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft soll um 26 bis 28 Prozent auf 1,36 Milliarden bis 1,39 Milliarden Euro zunehmen. Hinzu kommt der Trend, dass Sportmode zunehmend im Alltag getragen wird. Unter dem Strich verdiente Adidas mit 526 Millionen Euro gut 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2017 erwartet Adidas hier nach der im August angehobenen Prognose einen Anstieg zwischen 26 Prozent und 28 Prozent. Im Segment Nordamerika, in dem Adidas den wichtigen US-Markt führt, stieg der Umsatz um 19 Prozent bzw. währungsbereinigt um 23 Prozent auf 1,1 Milliarden.

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